Investmentidee
Gerry Weber zieht an der Konkurrenz vorbei

Der Modekonzern Gerry Weber hat sich zuletzt besser geschlagen als seine Mitbewerber. Jetzt wird in weiteres Wachstum investiert. Wie das Unternehmen aus der Provinz die Welt erobert und warum es sich lohnen könnte, die Aktie im Depot zu haben. Die tägliche Investmentidee auf Handelsblatt.com.

London, Wien und Lünen in Westfalen. Diese Orte haben eines gemeinsam. Gerry Weber ist schon da. Ob auf noblen Shoppingmeilen oder in der Provinz - weltweit ist der Modekonzern mit eigenen Läden vertreten.

Der Aktienkurs hat sich zuletzt vergleichsweise gut entwickelt. Auf Dreimonatssicht steht ein Plus von rund drei Prozent zu Buche. Der Kleinwerte-Index SDax dagegen legte lediglich 1,2 Prozent zu. Noch deutlicher wird der Unterschied auf längere Sicht: Während die Gerry Weber-Aktie in den vergangenen drei Jahren um 114 Prozent kletterte, kam der Index auf ein bescheidenes Plus von 17 Prozent.

Und auch in der Krise zeigte sich die Modeaktie robust. Als die Aktienkurse zu Beginn des Jahres im Zuge der US-Finanzkrise weltweit purzelten, hielten sich die Westfalen besser als andere in der Branche. Die Papiere rutschten zwar kurzzeitig auf 16,75 Euro ab, erholten sich aber schnell. Aktuell notiert die Aktie bei rund 21,75 Euro. An der Börse ist Gerry Weber mittlerweile fast doppelt so viel Wert wie Konkurrent Escada, die Dividendenrendite ist mit rund drei Prozent um ein Vielfaches höher.

Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von rund 13 sind die Papiere moderat bewertet - was die WestLB kürzlich dazu bewegt hat, ihre Kauf-Empfehlung für die Gerry-Weber-Aktie zu bestätigen. Das Papier werde im Vergleich zu Wettbewerbern mit einem niedrigeren Kurs-Gewinn-Verhältnis gehandelt, schreibt WestLB-Analyst Thomas Rosenke in einer Studie.

Weiterer Vorteil gegenüber der Konkurrenz: 56 Prozent der Anteile sind in Familienbesitz. Erst kürzlich hat sich Ralf, der Sohn von Firmenchef Gerhard Weber, mit weiteren Aktien des eigenen Unternehmens eingedeckt und seinen Anteil auf über zehn Prozent aufgestockt. Kontinuität ist Trumpf im Hause Weber. Aggressive Investoren, die das Unternehmen durcheinander wirbeln oder auf eine hohe Sonderdividende drängen könnten, sind in Halle nicht erwünscht.

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