Investmentidee
MAN punktet im Osten

"Zukunft Konstruieren" lautet der Werbeslogan des Maschinenbauers MAN. Doch zu Jahresbeginn vertrauten Aktionäre noch nicht in die Zukunftsvisionen des Münchener Unternehmens. Mittlerweile aber steht das Papier ganz oben auf den Empfehlungslisten der Analysten. Die tägliche Investmentidee auf handelsblatt.com.

FRANKFURT. Aus Angst vor einem wirtschaftlichen Abschwung, trennten sich Anleger reihenweise von konjunkturabhängigen Titeln. Der Kurs des Lastwagenbauers sackt massiv von 120 Euro auf 75 Euro ab - richtig erholt hat sich der Wert mit aktuell 99 Euro immer noch nicht.

Mittlerweile aber steht das Papier - pünktlich zum 250. Geburtstag - ganz oben auf den Empfehlungslisten der Analysten. JP Morgen sieht MAN sogar als Favoriten unter den europäischen Lastwagenbauern. Deutlich vor den Konkurrenten Volvo, Scania oder Daimler. Das Institut erhöhte das Kursziel des Maschinenbauers kürzlich auf 146 Euro, was einem Kurspotenzial von knapp 50 Prozent entspricht.

Im letzten Monat empfahlen 16 von insgesamt 19 Analysten die Aktie zum Kauf. Denn die angehobenen Umsatzprognosen nach einem sehr gutem Quartalsergebnis, der Erfolg im Osteuropageschäft, volle Orderbücher in allen Segmenten sowie anhaltende Fusionsphantasien verschaffen der Aktie Auftrieb und veranlassen Analysten, ihre Prognosen reihenweise herauf zu setzen.

Das Hauptgeschäft des Maschinen- und Nutzfahrzeugherstellers MAN ist mit einem Umsatzanteil von rund zwei Dritteln die Lkw-Sparte. In diesem zentralen Geschäftsfeld sieht es für MAN im Branchenvergleich sehr gut aus. Zwar ging das Geschäft in Westeuropa zuletzt um rund 20 Prozent zurück. Dafür boome aber der osteuropäische Markt, sagt Hermann Reith von der BHF-Bank. MAN hat einen ausschlaggebenden Wettbewerbsvorteil:

Als einziger westeuropäischer Maschinenbauer verfügen die Münchener über ein Lkw-Werk in Polen und können so die hohe Nachfrage dort schneller als die Konkurrenz bedienen. "Damit kann der bevorstehende Absatzeinbruch in Westeuropa mehr als aufgefangen werden", sagt Christian Aust von der LBBW. Denn im Osteuropageschäft sei MAN derzeit führend. Wurden 2007 insgesamt 93 000 LKWs gefertigt, sollen es 2010 sogar 140 000 sein. In Polen soll die Produktion verdoppelt werden. Die Wettbewerber Volvo und Scania verzeichnen hingegen Rückgänge beim Auftragseingang.

MAN trumpft mit guten Umsatzprognosen: "Die Aussichten sind, durch das gute Osteuropageschäft beflügelt, wesentlich besser als bei den Wettbewerbern", sagt Hermann Reith. MAN setzt zuletzt nicht nur die Umsatzziele von fünf auf zehn Prozent herauf. Auch bei den bereits hohen Margen wird ein weiteres Plus in Aussicht gestellt. "Wir sehen die positiven Ergebniserwartungen im Aktienkurs noch nicht eingepreist", sagt Reith weiter.

Hinzu kommen seit geraumer Zeit Fusionsspekulationen. Zwar bestehen schon heute gegenseitige Beteiligungen zwischen VW, Scania und MAN. Christian Aust meint aber, dass die Karten im bestehenden Beteiligungsgeflecht bald neu gemischt würden, um Synergien besser zu nutzen. Dies könne auf lange Sicht Einsparungen von einer Mrd. Euro bringen, gab VW - und MAN-Aufsichtsratchef Ferdinand Piëch kürzlich bekannt.

Auch in den drei anderen Unternehmenssparten, Industrie Service, Turbomaschinen und Dieselmotoren, sieht es gut aus: Die Auftragsbücher seien in vielen Segmenten bis 2010 gefüllt, sagt Christian Aust von der LBBW. Bei MAN-Diesel etwa erhöhte sich der Auftragseingang im ersten Quartal um 44 Prozent. Die Sparte trägt 20 Prozent zum operativen Geschäft bei. Auch in den beiden kleineren Geschäftsfeldern, Industrieservice und Turbomaschinen, stieg der Ertrag um rund 15 Prozent zum Vergleichsquartal. Hier profitiert MAN besonders vom Infrastrukturausbau in den Schwellenländern. Sorgen macht den Analysten nur ein möglicher, globaler Konjunkturabschwung. Die Aktie sei zwar günstig bewertet, die Credit Suisse warnt aber trotzdem vor dem generellen Risiko einer Schwächephase in den Hauptabsatzmärkten.

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