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Ran an die Tagesgeldzinsen

Auf dem Markt für Tagesgeld geht es derzeit heiß her - und davon profitieren die Kunden. Die Finanzkrise und die harte Konkurrenzsituation sorgen dafür, dass die Banken immer neue Angebote auf den Markt bringen, und so haben zahlreiche Institute in den vergangenen Wochen ihre Zinsen deutlich erhöht.

HB HAMBURG. "Fünf Prozent sind auf jeden Fall drin, und mit viel weniger sollte sich momentan kein Sparer zufrieden geben", sagt Peter Lischke, Finanzexperte bei der Verbraucherzentrale Berlin.

Nach einem aktuellen Vergleich des Magazins "Finanztest" der Stiftung Warentest bieten die fünf besten Institute derzeit zwischen 4,7 und 5,0 Prozent. Diese Angebote gelten für einen Anlagebetrag von mindestens 20 000 Euro, sind an keine Bedingungen geknüpft, verursachen keine laufenden Kosten und sind unbefristet.

Dies sind zugleich die wichtigsten Kriterien, die Anleger bei der Auswahl berücksichtigen sollten. Zugleich sollte kein Sparer mehr anlegen, als bei der jeweiligen Bank mit dem Einlagensicherungsfonds abgedeckt ist. Bei einigen ausländischen Instituten sind das lediglich 20 000 Euro, während Privatbanken, Sparkassen und Genossenschaftsbanken das Geld ihrer Kunden in Millionenhöhe absichern.

Zugleich sind zahlreiche Lockangebote am Markt, die für die Kunden nur auf den ersten lukrativ sind. So wirbt eine Direktbank mit Zinsen von 8,0 Prozent der Haken findet sich im Kleingedruckten: Den Superzins gibt es nur für einen Betrag bis 30 000 Euro und auch nur dann, wenn der Kunde ein Wertpapierdepot mit einem Volumen von mindestens 100 000 Euro eröffnet. Andere Institute gewähren ihre Top-Zinsen lediglich für Teilbeträge, setzen die Eröffnung eines Girokontos voraus oder berechnen Gebühren für Porto oder Kontoführung. "Das muss nicht sein. Es gibt genug kostenlose Angebote auf dem Markt", sagt Uwe Döhler von "Finanztest". Auch lohne es sich für Sparer derzeit kaum, Geld länger als ein Jahr anzulegen.

Bietet die eigene Bank einen niedrigeren Zinssatz an, kann sich Nachfragen auszahlen. "Es lohnt sich auf jeden Fall, den Kundenberater nach einer besseren Verzinsung zu fragen", sagt Verbraucherschützer Lischke. Oft reiche schon die Andeutung, dass man sein Geld eventuell anderswo anlegen wolle, um bessere Konditionen zu erhalten. Das gelte nicht nur für Institute mit Filialnetz sondern auch für die Direktbanken.

Unterdessen werden solche Anlagen bei den Bundesbürgern immer beliebter: Das Volumen von Tages- und auch Festgeldkonten sind nach Berechnungen der Postbank in den ersten fünf Monaten des Jahres um acht Prozent auf 325 Mrd. Euro gestiegen. Seit Ende 2005 wurde sogar ein Zuwachs von 50 Prozent verzeichnet. Den größten Anteil der Spareinlagen machten Festgeldanlagen aus, und die meisten Sparer bevorzugten kurze Laufzeiten.

So legten 54 Prozent ihr Geld derzeit für einen Zeitraum von maximal zwölf Monaten an, und lediglich fünf Prozent entschieden sich für eine mittlere Laufzeit von bis zu zwei Jahren. 41 Prozent der Sparer setzen auf höher verzinste Langläufer und parken ihr Geld für mehr als zwei Jahre an. Nach einer aktuellen Umfrage der GfK Marktforschung verfügen bereits 60 Prozent der Haushalte über ein Fest- oder Tagesgeldkonto. Weitere 35 Prozent besitzen demnach Sparbriefe und festverzinsliche Wertpapiere.

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