Investmentidee
US-Aktien statt iPods

Die Übernahme des US-Brauereiriesen Anheuser-Busch durch die belgische Inbev zeigt eines: US-Aktien können für Anleger im fernen Europa durchaus interessant sein. Die tägliche Investmentidee auf Handelsblatt.com.

DÜSSELDORF. Der Deal ist seit Anfang der Woche perfekt: 70 US-Dollar je Aktie zahlt Inbev für den Anheuser-Busch. Ein europäischer Großkonzern wie Inbev, denen in Deutschland unter anderem die Marken Becks, Franziskaner, Löwenbräu gehören - legt insgesamt 33 Mrd. Euro für einen US-Konzern auf den Tisch. Übernahmen dieser Größenordnung sind auch ein spannender Fingerzeig für Anleger in Deutschland, sich näher mit US-Aktien auseinander zu setzen.

Auf der Suche nach antizyklischen Investmentgelegenheiten verlieren Investoren schließlich zu schnell den Blick auf das große Ganze, und das sieht in Sachen USA wie folgt aus: Wer vor zehn Jahren als deutscher Anleger in den marktbreiten S&P 500-Index investierte, hat bis heute ein Minus von 29 Prozent in den Büchern. Schuld ist vor allem die latente Dollarschwäche. Selbst inklusive aller Dividenden beträgt das Minus 15 Prozent, hinzu kommen reale Verluste über die Inflation. Kurz: Hinter deutschen Anlegern in US-Aktien liegt ein katastrophales Jahrzehnt. Selbst der im Hinblick auf den Kursgewinn beste US-Standardwertefonds der letzten 10 Jahre - der KBC Equity Buyback America - brachte es in diesem Zeitraum auf ein mageres Plus von nur 1,1 Prozent pro Jahr.

Für ein Unternehmen vom Schlage Inbev sorgt dies für Opportunitäten. Das Übernahmeziel, Anheuser Busch, hat das Vermögen der Aktionäre in den vergangenen 25 Jahren glatt ver28facht. Dennoch notierte die Aktie in diesem Frühjahr aus Sicht europäischer Anleger auf exakt dem gleichen Kursniveau in Euro wie bereits vor zehn Jahren, im Spätsommer 1998. 30 Euro kostete eine "Bud"-Aktie splitbereinigt seinerzeit. 30 Euro kostete sie auch im Mai dieses Jahres, als die Übernahmeschlacht begann - als hätte es die Globalisierung und die Chancen des Bierdursts in Schwellenländern wie China und Indien gar nicht gegeben. Um rund fünf Prozent wächst der globale Biermarkt pro Jahr.

Mit dem herben Verfall des US-Dollar wird es daher für europäische Anleger immer günstiger, US-Vermögenswerte zu erstehen. Das gilt für Unternehmen, die auf der Suche nach Übernahmezielen sind ebenso wie für Konsumenten, die iPods, Digitalkameras und Kleidung in den USA kaufen und so Schnäppchen machen. Das gilt aber auch für Privatanleger. Den Risiken eines weiteren Dollarverfalls steht indes auch die Chance auf Währungsgewinne gegenüber, selbst wenn sich die Aktienmärkte in den kommenden Monaten eher träge entwickeln sollten. Bei etwa 1,20 bis 1,30 Euro liegt die Kaufkraftparität des US-Dollars, der Wechselkurs hingegen bei rund 1,60 Euro.

Ein denkbar einfaches Engagement in den US-Markt ist ein günstiger und börsengehandelter Indexfonds auf den S&P 500-Index für die 500 größten Standardwerte der USA. Der liquideste - und mit einem Fondsvermögen von 2,2 Mrd. Euro auch größte - S&P-500-Indexfonds stammt von iShares (DE0002643889). Ein Fondsanteil kostet derzeit 8,40 Euro. Dividenden fließen komplett an die Anleger, die jährliche Gebühr beträgt 0,4 Prozent pro Jahr.

Unter den aktiv verwalteten Investmentfonds mit dem Anlageschwerpunkt USA führt die Fondsdatenbank Morningstar derzeit den Janus INTECH US Risk Managed Fonds (IE0032746970) und den UniNordamerika (DE0009750075) mit der Höchstwertung von fünf Sternen und dem im Hinblick auf die 5-Jahres-Performance beste Leistung. Ein im Hinblick auf die Rendite hervorragende Leistung gelang zudem zuletzt dem auf ein kleines Portfolio von 20 bis 30 Wachstumskatien spezialisierten Janus US Twenty A-Fonds (IE0009531827). Der Fonds erzielte über die vergangenen fünf Jahre eine Rendite von 12,5 Prozent pro Jahr, während sowohl der Vergleichsindex Russell Growth 1000 als auch der Durchschnitt der Fonds-Konkurrenz im gleichen Zeitraum nur rote Zahlen schrieben.

Christian Kirchner
Christian Kirchner
Handelsblatt / Geschäftsführender Redakteur New Investor
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