Investmentidee
VTG profitiert vom Schienenboom

Analysten setzen in Krisenzeiten auf das sichere Geschäft des deutschen Waggonvermieters. Die tägliche Investmentidee auf Handelsblatt.com.

FRANKFURT Der Eisenbahnwaggon-Vermieter VTG nimmt in Europa eine Spitzenposition unter den privaten Anbietern ein. Weil Analysten dem Bahnsektor in den kommenden Jahren hohe Wachstumschancen zubilligen, stehen die VTG-Aktien derzeit auf vielen Kauflisten.

Rund 50 000 Waggons vermietet VTG an seine Kunden - meist über Jahre hinweg . Doch das Hamburger Unternehmen verleiht nicht nur seine Waggons, es engagiert sich das auch in anderen Geschäftsbereichen wie etwa der Schienenlogistik und bietet auch Dienstleistungen rund um Tankcontainer an. Dabei hat sich VTG auf den Transport flüssiger und sensibler Güter spezialisiert. Zu den Kunden zählen vor allem Unternehmen aus der Chemie- und Mineralölindustrie.

Für den Schienentransport sprechen aktuell die hohen Benzin- und Dieselpreise. Angetrieben wird das Geschäft auf der Schiene zudem durch die EU-Erweiterung. Europaweit wird das Schienennetz liberalisiert und viel Geld in den Ausbau der Strecken investiert. Die Politik fördert den Schienentransport. "Zahlreiche LKWs, die heute die europäischen Autobahnen verstopfen, sollen auf lange Sicht auf die Schiene", unterstreicht Robert Willis vom Analysehaus Viscardi.

Seit Juni 2007 ist VTG an der Frankfurter Börse notiert. Mit einem Einstandspreis von 18 Euro behauptete sich das Unternehmen zuerst gut, obwohl Analysten den Preis als relativ hoch einschätzten. Seit Jahresanfang hat der Titel rund 20 Prozent an Wert verloren. "Mit dem operativen Geschäft hatte der Kursverlust allerdings nichts zu tun", kommentiert Henning Breiter von SES Research.

Grund sei der Ausstieg einiger Hedge-Fonds gewesen. Seit rund zwei Wochen steigt der Kurs jedoch wieder kräftig an und lieg nun bei rund 15,80 Euro - nahe dem von Analysten prognostizierten fairen Wert. "VTG ist ein besonders krisenresistenter Titel und ein Einstieg empfehlenswert", so Willis, der den Aktienwert bei 17 Euro sieht. Die Analysten von Goldman Sachs schätzen das Potenzial auf 20,90 Euro.

Das sehr stabile Kerngeschäft macht das Unternehmen in turbulenten Börsenphasen besonders interessant: "Die oftmals speziell für die Bedürfnisse des Kunden umgebauten Wagen bleiben durchschnittlich rund 15 Jahre vermietet", begründet Breiter die Stabilität des Geschäfts. Damit ist VTG unabhängig von konjunkturellen Schwankungen. Zwar liege die mittlere Vertragslaufzeit bei drei Jahren, in der Regel würden die Verträge aber mehrfach verlängert. So erwarten die Analysten für den kommenden Quartalsbericht gute Ergebnisse.

Wettbewerber müssen die Hanseaten kaum fürchten. Das Unternehmen ist dreimal größer als jeder andere europäische Konkurrent. Der Einstieg in das Geschäft mit der Waggon-Vermietung ist mit hohen Kosten verbunden und lohnt sich erst nach vielen Jahren. Dass Neueinsteiger zügig in den Markt drängen, ist daher unwahrscheinlich.

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