Investmentidee
Wacker-Aktie birgt Potenzial

Titel des Chemie-Spezialisten profitieren vom Boom in der Solarindustrie. Analysten rechnen mit Kursgewinnen. Die tägliche Investmentidee auf Handelsblatt.com.

DÜSSELDORF. "Siltronic", "Silicones" oder "Fine Chemicals". Selbst Wertpapieranalysten tun sich mit den Namen der Geschäftsbereiche von Wacker Chemie schwer. Doch die Strategie des Unternehmens aus München ist klar. Der Aktie des Unternehmens trauen Analysten noch Kursgewinne zu.

Aus den fünf Geschäftsbereichen ragt vor allem die Herstellung des sogenannten Polysiliziums heraus. Hinter diesem "grauen Gold" verbirgt sich ein hochfeines Element, das in der Halbleiterbranche, vor allem aber in der boomenden Solarindustrie reißenden Absatz findet - und auch Umsatz und Gewinn des im MDax notierten Unternehmens treibt. So konnten die Münchner ihren Umsatz in diesem Bereich im zweiten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 194 Mill. Euro glatt verdoppeln und den Gewinn sogar auf 105 Mill. Euro verdreifachen. Damit erwirtschaftet der Konzern zwar nur rund 18 Prozent der Umsätze, aber über ein Drittel des Vorsteuergewinns mit der Produktion von Polysilizium. Dies macht Wacker zum Liebling der Verwalter von Öko- und Nachhaltigkeitsfonds: Gleich acht Manager führen Wacker unter ihren zehn größten Werten.

Das Wachstum der übrigen Geschäftsbereiche - Silikone für die Bau- und Autoindustrie sowie Polymere, die als Bindemittel in Trockenmörtel oder Fliesenkleber zum Einsatz kommen - fällt weniger fulminant aus. Im ersten Halbjahr 2008 konnte der mehrheitlich in Familienbesitz befindliche Konzern den Umsatz um 13 Prozent auf 2,1 Mrd. Euro und den Vorsteuergewinn um 22 Prozent auf 609 Mill. Euro steigern. Drei Viertel des Konzernerlöses fallen im Ausland an.

"Die größten Gewinntreiber der Münchner sind die Solar- und Chipindustrie. Im Gegensatz zu anderen Chemiekonzernen ist das Unternehmen nicht so sehr vom momentanen Negativtrend abhängig, wie beispielsweise BASF", sagt Analyst Peter Spengler von der DZ Bank. Er rät, wie die meisten seiner Kollegen, zum Kauf der Aktie: 17 Kaufempfehlungen für den an der Börse mit 6,9 Mrd. Euro bewerteten Konzern stehen nur zwei Verkaufsempfehlungen gegenüber.

Bislang agierten viele Hersteller von Polysilizium weitgehend konkurrenzlos. Die Produktion in großen Mengen ist kapitalintensiv und erfordert viel Know-how. Selbst mit klassischen Herstellungsmethoden vergehen zwischen der Planung neuer Silizium-Reaktoren und der ersten Produktion rund zwei Jahre. Nach Jahren des Booms sieht DZ-Analyst Spengler allerdings die hohen Margen des Konzerns im Geschäftsbereich Polysilizium nun in Gefahr. "Wir haben einen Margenrückgang von 48 Prozent im Gesamtjahr 2008 auf 40 Prozent für 2010 angenommen, um die geänderten Wettbewerbsbedingungen ab nächstes Jahr zu berücksichtigen", sagt Spengler. Er erwartet für 2009 einen leichten Rückgang der Gewinne. Im Schnitt rechnen die Analysten für 2009 lediglich mit einem Gewinnanstieg je Aktie um vier Prozent auf dann 10,74 Euro pro Aktie. Dies entspricht einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 12 bei einem aktuellen Kurs von rund 119 Euro. An die Börse ging Wacker im April 2006 zu 80 Euro und schnitt damit seitdem um rund 25 Prozent besser ab als der MDax.

Sebastian Satz von HSBC wertet die jüngsten Zahlen und Unternehmensmeldungen als stark. Trotz eines schwächeren Abschneidens der Chemiedivisionen hätten sie über seinen und den Markterwartungen gelegen. "Das Unternehmen operiert in attraktiven Märkten und zählt im Chemiesektor zu den Margenstärksten", so Satz. Sein Anlageurteil lautet zwar nur "neutral", das Kursziel sieht er jedoch bei 156 Euro.

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