Investmentkonzern hofft auf Steuervorteile
WCM greift nach der Mehrheit von K + S

Die WCM will die Kali und Salz-Gruppe übernehmen. Der Investmentkonzern verhandelt mit der BASF über deren Anteil am Düngemittelanbieter. K+S soll Teil der WCM-Tochter Klöckner-Werke werden.

HAMBURG. Die Frankfurter WCM Beteiligungs- und Grundbesitz AG strebt eine Mehrheitsbeteiligung von 51 % am Kasseler Düngemittelhersteller K+S AG (ehemals Kali und Salz) an. K+S soll Anfang nächsten Jahres in die Duisburger Klöckner-Werke AG eingebracht werden.

WCM verhandelt deshalb bereits seit einigen Monaten mit dem Ludwigshafener Chemieriesen BASF über dessen 17 %ige Beteiligung an K+S, die an der Börse mit 170 Mill. Euro bewertet wird. Dies erfuhr das Handelsblatt aus unternehmensnahen Kreisen der WCM. Über den Erwerb weiterer K+S-Anteile soll sich die WCM inzwischen mit Banken, Versicherungen sowie sonstigen institutionellen Anlegern verständigt haben. Dazu gehört unter anderem Roland Oetker, der der WCM bereits zum Einstieg bei den Klöckner-Werke AG verhalf. Er lehnte hierzu einen Kommentar ab. Im Streubesitz befinden sich 78 %.

Gelingt dem Investmentkonzern der Einstieg bei dem Düngemittelanbieter, soll die BASF-Beteiligung an K+S in den Duisburger Anlagen- und Maschinenbauer Klöckner eingebracht werden. Hintergrund dieser Transaktion sind vor allem steuerliche Gründe: Denn die WCM steht kurz davor, die Foliensparte der Klöckner-Werke zu veräußern. Damit halbiert sich allerdings der Umsatz des im MDax notierten Maschinenbauers auf rund 900 Mill. Euro. Dies würde dann jedoch die steuerliche Anrechnung der für WCM lukrativen Verlustvorträge erschweren. Sie belaufen sich auf 2,3 Mrd. DM. Um sie voll zur steuerlichen Gegenrechnung von Gewinnen nutzen zu können, soll K+S deshalb als neuer Umsatzträger bei Klöckner dienen.

BASF dementiert Verkaufsabsichten

WCM-Vorstandsvorsitzender und Klöckner-Aufsichtsratschef Roland Flach bestätigt dem Handelsblatt, dass die Klöckner-Werke ihr Foliengeschäft "an ein separates Unternehmen" veräußern werden. An diesem werde WCM offenbar noch einen Anteil halten. Zur Frage, ob der Investmentkonzern mit BASF über einen Erwerb der K+S-Beteiligung verhandelt, nimmt er keine Stellung. Aus internen Kreisen der WCM heißt es hingegen, dass sich die Verhandlungen zwischen der BASF und den Frankfurtern bereits in fortgeschrittenem Stadium befänden. Erst am 14. August sollen sich hochrangige BASF-Manager und WCM-Vertreter erneut zu Gesprächen getroffen haben, wobei vor allem Bewertungsfragen diskutiert wurden. Einzelheiten könnten hierzu diese Woche bekannt werden, wenn die WCM ihre Zahlen nennt.

Die BASF dementiert Verkaufsabsichten. "Es gibt bei BASF im Moment keine Überlegungen, sich von der Beteiligungen an der K+S-Gruppe zu trennen", erklärt ein BASF-Sprecher. Er ergänzte, dass dies in diesem Jahr ohnehin wenig Sinn machen würde, da Konzerne Gewinne aus Beteiligungsverkäufen erst 2002 steuerfrei realisieren können. Die BASF hatte bereits 1996 versucht, sich von Kali und Salz zu trennen. Doch die geplante Veräußerung an die kanadische Potash Corporation of Saskatchewan scheiterte damals am Veto des Bundeskartellamts.

Die K+S-Gruppe erzielte im vergangenen Jahr mit 9 000 Mitarbeitern einen Gewinn von 119,8 Mill. Euro. Der Umsatz lag bei 2,08 Mrd. Euro. Die Klöckner Werke präsentierten am Freitag Neunmonatszahlen: Demnach stieg der Umsatz um 3,5 % auf 1,4 Mrd. Euro, das Betriebsergebnis ging jedoch um 4,5 % auf 70,6 Mill. Euro zurück.

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