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Investor Relations 2010: Anlegerloyalität sinkt

Deutsche Unternehmen stehen zukünftig nicht nur auf den Produktmärkten, sondern auch auf dem ...

Deutsche Unternehmen stehen zukünftig nicht nur auf den Produktmärkten, sondern auch auf dem Finanzmarkt verstärkt im Wettbewerb. Als "Anbieter von Renditeleistungen" ist ihre Performance auf dem Kapitalmarkt zum kritischen Faktor für den Unternehmenserfolg geworden. Dies gilt nicht nur für börsennotierte, sondern wird zunehmend auch für nichtbörsennotierte Unternehmen immer wichtiger. Dadurch entstehen für die Investor Relations neue Anwendungsfelder.
Zu diesen Ergebnissen kommt eine Studie der Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH und des F.A.Z.-Instituts, die auf der Grundlage zahlreicher Face-to-Face-Interviews mit Experten der Finanzkommunikation basiert. Dabei wurden unter anderem die wichtigsten Entwicklungsfaktoren für die Branche diskutiert und ihre Relevanz für die Zukunft bewertet. Die daraus generierten qualitativen Aussagen wurden durch 100 Telefoninterviews mit Finanzanalysten und Investmentbankern aus dem Bereich M & A, mit IR-Kommunikationschefs von börsennotierten Unternehmen sowie mit Portfoliomanagern von Aktienfonds untermauert.
Neben der Möglichkeit, Gewinne zu thesaurieren, zählen 2010 strategische Investoren sowie Alteigentümer oder Finanzinvestoren zu den Hauptquellen für Kapital. Deren Anforderungen an die Corporate Governance und die Unternehmenskommunikation stellen wichtige Differenzierungsmöglichkeiten für die Unternehmen dar. Insbesondere eine verbesserte Transparenz von Unternehmensentscheidungen und-ergebnissen wird erwartet. Die Kommunikationsstrukturen werden sich daher noch weiter professionalisieren müssen.
Investorengespräche sind 2010 zur Chefsache geworden, auch wenn sie weiterhin von den Investor-Relations-Abteilungen vorbereitet werden. Letztere sind dann dicht an die Geschäfte der CEOs und CFOs angegliedert und verfügen über einen umfassenden Überblick über die Finan-zierungsstrategien und den (Rendite-)Erfolg. Die Stellung der IR in der gesamten Unternehmenskommunikation hat daher weiter an Bedeutung gewonnen.
Da die Anlegerloyalität bis 2010 laut den befragten Experten deutlich abnimmt, ist der Kampf um deren Gunst von Glaubwürdigkeit und Image abhängig. Roadshows, Besuch bei den Kapitalsammelstellen und Analystenkonferenzen bestimmen auch zukünftig den Gesamterfolg von Emissionen, wobei eine gesamtheitliche Betreuung der Kapitalgeber und Analysten ein Zusammenwachsen der Kommunikation für Aktien- wie Anleihe-Emissionen voraussetzt. Investor Relations und Debtor Relations gehen Hand in Hand.

Quelle: FINANZ BETRIEB, 23.11.2004

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