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Investor Relations Stimmungsbarometer

Der Deutsche Investor Relations Kreis (DIRK) e.V. befragt in Zusammenarbeit mit der GfK ...

Der Deutsche Investor Relations Kreis (DIRK) e.V. befragt in Zusammenarbeit mit der GfK halbjährlich Investor Relations Officer zur Stimmungslage in ihrem Bereich. Die Ergebnisse der im Juli/ August 2004 durchgeführten Umfrage zeigen ein positives Bild. Im Vergleich zu der Anfang 2004 durchgeführten Umfrage wird die Unternehmenslage von 66% besser und nur von gut 8% schlechter eingeschätzt.
Besonders positiv gestimmt sind Unternehmen aus dem TecDAX (80%) und dem MDax (knapp 78%). Auch der Blick in die Zukunft ist optimistisch: Knapp 70% aller IR-Officer erwarten in sechs Monaten eine Verbesserung der Unternehmenslage. Erstmals veröffentlicht DIRK/GfK einen hieraus abgeleiteten IR-Stimmungsindikator. Er steigt im Vergleich mit der Frühjahrserhebung 2004 um zwei auf 57 Prozentpunkte. Der entsprechende Indikator für die Zukunft bleibt unverändert bei 65 Prozentpunkten. Beide Indikatoren signalisieren die beschriebene positive Stimmungslage. Die Mitarbeiterzahl der IR Abteilungen wird jedoch hiervon nicht berührt. Sie bleibt bei 86% aller Unternehmen gleich.
Die deutschen IR-Officer erwarten einen Anstieg des DAX zum Jahresende auf 4100. Das entspricht einem moderaten Anstieg von 2,5% zum aktuellen Stand von knapp 4000. IR-Abteilungen sind aus der Finanzmarktkommunikation nicht mehr wegzudenken. Nur vier von 109 Unternehmen haben keine IR-Abteilung und wählen andere Wege der Kommunikation. Am häufigsten übernehmen bis zu zwei Mitarbeiter diese Aufgaben. Je nach Indexzugehörigkeit nimmt die durchschnittliche Größe der IR-Abteilung zu: von bis zu einem Mitarbeiter bei Unternehmen, die keinem Index angehören, einem Mitarbeiter im SDAX, rund zwei Mitarbeitern bei TecDAX und MDAX Unternehmen und 9,3 Mitarbeitern bei DAX Unternehmen. Fünf Unternehmen haben zwischen 11 und 20 Mitarbeiter.
Etwas vorsichtiger wird in der Zukunft die Anzahl der Termine mit Investoren eingeschätzt. Während zu Jahresbeginn noch 60% optimistisch waren ihre Kontakte zu Fondsmanagern auszubauen, sind dies nun 41%. Das heißt die Mehrheit erwartet eine unverändert intensive Kommunikation mit dieser Zielgruppe.
In der Finanzmarktkommunikation sind Wertpapieranalysten unabhängiges Bindeglied zwischen Unternehmen und Investoren. Sie sorgen für Transparenz und schaffen so die Grundlage für den Wettbewerb um die beste Anlageentscheidung. Für IR-Officer ist es deshalb wichtig, mehr Analysten für ihr Unternehmen zu gewinnen. Dieses Ziel ist in den letzten eineinhalb Jahren nicht erreicht worden. Ein Grund hierfür sind Einsparungen bei Banken und Brokern, die insgesamt zur Reduzierung der Analystenanzahl geführt hat. So ist die durchschnittliche Zahl der Analysten seit Mitte 2003 von 10 auf 7,3 zurückgegangen. 38% aller Unternehmen werden von einem bis zu fünf Analysten gecovert, sechs% ziehen keine Aufmerksamkeit auf sich und zwei% werden von mehr als 50 Analysten beobachtet.
Mehrheitlich erwarten die IR-Officer seit der ersten Befragung Mitte 2003 keine Zunahme der Coverage. Nur Unternehmen, die von derzeit mehr als elf und weniger als 20 Analysten beobachtet werden, erwarten, dies in der Zukunft steigern zu können. Die Intensität der Coverage steigt mit der Zugehörigkeit zu einem Index. Unternehmen, die keinem Index angehören, haben im Durchschnitt 2,3 Analysten, gefolgt vom SDAX mit 5,3, TecDAX mit 10,5 und MDAX mit 19,4. Unternehmen im DAX stehen im Rampenlicht. Durchschnittlich 42,5 Analysten bewerten diese 30 Unternehmen, in der Spitze bis zu 80.
In den nächsten 12 Monaten planen die börsennotierten Gesellschaften zu 78% keine Kapitalmarkttransaktionen durchzuführen. Ein Grund hierfür ist der aktuell zu niedrige Aktienkurs der Unternehmen: 54% der befragten IR-Officer sind dieser Meinung. Diejenigen, die in den nächsten sechs Monaten eine Kapitalmarkttransaktion erwarten, bevorzugen die Eigenkapitalerhöhung vor dem Corporate Bond, gefolgt von der Wandelanleihe. Diese Instrumente werden auch von denjenigen Unternehmen bevorzugt, die keinen aktuellen Bedarf haben, sich am Kapitalmarkt zu finanzieren. Das größte Potential liegt bei Unternehmen, die dem DAX oder keinem Index angehören, gefolgt von Vertretern des MDAX, SDAX und TecDax. Dabei stellt der aktuelle Aktienkurs für DAX-Unternehmen kein Hindernis dar. Er ist für sie mehrheitlich (57%) ausreichend hoch. Eine Kurssteigerung von bis zu 20% würde die Zustimmung auf 64% aller Befragten ansteigen lassen.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt bei Unternehmen, die eine positive Geschäftslage in sechs Monaten erwarten. Für 50% von ihnen ist auch der aktuelle Aktienkurs kein Hindernis.
Die vollständige Studie ist abrufbar unter: http://www.dirk.org/graphics/Dirk/Dokumente-PDF/Veroeffentlichungen/Stimmungsbarometer_2_2004.pdf

Quelle: FINANZ BETRIEB, 29.09.2004

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