Investor wird Interesse an Satelliten-Division Hughes Electronics nachgesagt
Icahn greift nach General Motors

Der Privat-Finanzier und Milliardär Carl Icahn hat angekündigt, dass er einen Anteil von bis zu 15 % am US-Automobilriesen General Motors (GM) erwerben will. Analysten vermuten, dass der als Firmen-Plünderer berüchtigte Icahn auf diesem Weg einen raschen Verkauf der attraktiven Satelliten Hughes Electronics Corp. -Division erzwingen will.

HB NEW YORK. Wie GM bekannt gab, hat das Unternehmen am vergangenen Mittwoch einen Brief von Icahn erhalten. Darin kündigt er an, er wolle Aktien im Wert von mindestens 15 Mill. $ kaufen, keinesfalls aber mehr als 15 %. Ein Anteil in dieser Höhe würde auf aktueller Kursbasis 5,3 Mrd. $ kosten. Der Brief habe keine Angaben enthalten, warum Icahn die Aktien kaufen wolle.

Analysten vermuten jedoch, dass Icahn es auf die Aktien von Hughes abgesehen hat. "Zu jeder einzelnen GM-Aktie gehören derzeit Hughes- Anteile im Wert von 22 Dollar", sagte Wertpapier-Analyst David Bradley von der Investmentbank J.P. Morgan, "das wird in der GM-Aktie derzeit nicht ausreichend reflektiert. Icahn will das ändern." Autoanalyst David Healy von Burnham Securities glaubt ebenfalls, mit der Investition wolle Icahn Druck auf das Management von GM ausüben, die restlichen Anteile von Hughes abzutrennen oder zu verkaufen. Es sei allerdings schwer vorherzusagen, was geschieht. GM hat Hughes bereits in Form so genannter Tracking Stocks an die Börse gebracht. Mit diesen Aktien profitieren Anleger zwar voll vom Wertzuwachs der Division, die Stimmrechte bleiben aber bei der Muttergesellschaft. Der Investor erwirbt mit dem Kauf von Tracking Stocks nur entsprechende Bruchteile von Anrechten an der Muttergesellschaft. GM hält derzeit selbst noch 30 Prozent der Tracking Stocks von Hughes, der Rest ist in Streubesitz oder gehört der Pensionskasse von GM.

Steigende Kurse bei GM und Hughes

GM betonte am Freitag, man werde erneut die Eigentümer-Struktur bei Hughes überprüfen, weil die Aktie unterbewertet sei. "Wir wollen den Wert von Hughes weiter herausfiltern, ohne jedoch die hervorragende Bonität des Gesamtkonzerns zu gefährden", erläuterte GM-Chef Jack Smith. Die Kurse von GM und Hughes stiegen daraufhin stark an.

Als mögliche Kaufinteressenten für Hughes gelten der australische Medienmogul Rupert Murdoch oder die Liberty Media Group des Telefonkonzerns AT&T.

Carl Icahn könnte einen Verkauf forcieren. In den vergangenen Jahrzehnten hat er den Ruf eines radikalen Absahners erworben, der Vorstände terrorisiert und Aktienbesitzern einen Goldregen beschert. Seinen Anteil am Lebensmittelkonzern Nabisco hat Icahn im Juni mit mehreren Hundert Millionen Dollar Gewinn abgegeben.

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