Investoren bevorzugen Papiere von KfW, EIB und Freddie Mac
Anleihen von quasi-staatlichen Emittente bieten Renditeplus

"In der momentan schwierigen Lage an den Kapitalmärkten flüchten Investoren weiter in sichere Papiere. Neben Staatsanleihen sind besonders die Papiere quasi-staatlicher Emittenten gefragt", sagt Hermann Knaack, der bei der Hamburgischen Landesbank institutionelle Investoren betreut. Dazu zählen Anleihen der staatlichen Förderbank Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), der Europäischen Investitionsbank, der Weltbank sowie des amerikanischen Immobilienfinanzierers Freddie Mac.

FRANKFURT/M. Durch die wachsende Popularität von fast risikolosen Anlagen haben die Renditen ihrer Papiere am Sekundärmarkt in den vergangenen Wochen gelitten. "Die Anleihen bieten aber einige Basispunkte mehr als Staatsanleihen. Investoren sollten dieses Plus mitnehmen", sagt Frank Will, Analyst bei West LB Panmure. Ein großer Vorteil dieser Anleihen ist, dass die meisten von ihnen sehr hohe Volumina haben und auf der elektronischen Plattform EuroMTS gehandelt werden. Somit sind die Papiere sehr liquide. Anleger können davon ausgehen, dass sie gute Kurse gestellt bekommen.

So hat die Europäische Investitionsbank (EIB), die Hausbank der Europäischen Union, im März 1999 ein Benchmarkprogramm aufgelegt. Benchmark-Anleihen sind Bonds mit großem Volumen, die für die Märkte richtungsweisende Konditionen und Laufzeiten haben. Neuemission müssen danach ein Volumen von mindestens 2 Mrd. Euro haben, Aufstockungen auf Volumina von 3 bis 5 Mrd. Euro sind geplant. Die beiden großen Rating-Agenturen Standard & Poor?s (S&P) und Moody?s benoten die Bonität der EIB beide mit der Höchstnote Dreifach-A. Das liegt an der sehr guten Bonität der meisten Mitgliedsstaaten der EU, denn sie sind die Anteilseigner der EIB.

Die gleichen Noten erhält die KfW. Ihre Anteilseigner sind zu 80 Prozent der Bund und zu 20 Prozent die Länder. Mit einem Emissionsvolumen von rund 40 Mrd. Euro ist sie der größte nicht-staatliche Emittent Europas. Im März 2001 hat die KfW zur Verbesserung ihres Auftritts am Kapitalmarkt das so genannte Euro-Benchmark-Programm aufgelegt. Darin ist festgelegt, dass sie pro Jahr mindestens zwei Anleihen im Volumen von jeweils 5 Mrd. Euro begibt. Die Anleihen sind von der Bundesrepublik Deutschland garantiert und damit wie die EIB-Bonds besonders sicher.

Ein etwas höheres Ausfallrisiko als Bonds von KfW und EIB haben die Papiere von Freddie Mac. Der halb privatisierte US-Immobilienfinanzierer hat den Status eines von der Regierung unterstützten Unternehmens, doch die Anleihen sind nicht direkt durch staatliche Garantien gesichert. So warnen Marktbeobachter vor einer möglichen Schieflage, denn Freddie Mac sei angesichts seiner hohen Verschuldung stark unterkapitalisiert. Außerdem wurde im Zuge der allgemeinen Verunsicherung an den Kapitalmärkten auch die Tatsache zum Thema, dass Freddie Mac nicht der Kontrolle der US-Finanzaufsicht SEC, sondern der spezialisierten Aufsichtsbehörde OFHEO unterliegt. "Dadurch gibt es aber keine Probleme. Freddie Mac hat sich freiwillig den Rechnungsvorschriften der SEC unterworfen", sagt Will. Der Markt geht nach wie vor davon aus, dass die implizite Staatsgarantie für Freddie Mac gilt, und die Ratingagenturen S&P und Moody?s haben seinen langfristigen Verbindlichkeiten ein Dreifach-A gegeben. Im Gegensatz zu seiner Immobilienfinanzierungs-Schwester Fannie Mae hat Freddie Mac auch sechs Euro-Anleihen im Angebot. Ein Problem ist allerdings, dass ihre Kurse oft bereits sehr gut gelaufen sind und sie deshalb aus steuerlicher Sicht wenig attraktiv sind.

Zu den größten internationalen Schuldnern am Kapitalmarkt gehört auch die Washingtoner Weltbank. Allerdings sind nur 2 % ihrer emittierten Anleihen in Euro denominiert, außerdem sind die Bonds vom Volumen her kleiner und damit weniger liquide. Wer auf Nummer sicher gehen will, investiert am besten in Bonds von KfW und EIB.

Quelle: Handelsblatt

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