Investoren einigen sich über Planung für Berliner Großflughafen
132 000 Einsprüche gegen Projekt Schönefeld

Nach jahrelangem Ringen um den zukünftigen Berliner Großflughafen Schönefeld ist eine Einigung der Investoren in Sicht: Die Baukonzerne Hochtief AG, Essen, und IVG Holding AG, Bonn, haben entschieden, wie der Flughafen aussehen soll. Nun soll der Hauptstadt-Airport bis 2007 in Betrieb gehen - dann als einziger Berliner Flughafen.

va BERLIN. Lange Zeit war die Zukunft des Projektes unsicher gewesen. Denn die beiden Konsortien, die ursprünglich als Wettbewerber angetreten und sogar bis vor Gericht gezogen waren, konnten sich bisher nicht auf eine gemeinsame Planung für das rund 4 Milliarden Mark teure Projekt einigen. Das sei jetzt geschehen, bestätigte Thomas Weyer, bei Hochtief für das Flughafenprojekt verantwortlich, dem Handelsblatt.

Aus Kreisen der Beteiligten ist zu hören, dass das Konsortium dafür seine beiden unterschiedlichen Konzepte ad Acta gelegt hat. Grundlage soll nun die Planung der Berliner Flughafenholding sein, die diese beim Brandenburgischen Landesamt für Bauen, Verkehr und Straßenwesen eingereicht hatte, um das Planfeststellungsverfahren nicht weiter zu verzögern. Weyer zufolge verhandeln Hochtief und die IVG noch über die Finanzierung. Er rechnet bis Ende Juli 2001 mit einem Abschluss der Verhandlungen.

"Bis zum Herbst unter Dach und Fach"

Damit ist auch der Geschäftsführer der Projektplanungsgesellschaft Schönefeld GmbH (PPS), Michael Pieper, zuversichtlich, die Verträge "bis zum Herbst unter Dach und Fach zu haben". Das sagte er dem Handelsblatt vor der Öffnung des Planfeststellungsverfahrens für Bürger. Diese können ab heute in einer Mammut-Anhörung die Pläne für den Ausbau Schönefelds zum Flughafen Berlin Brandenburg International (BBI) kritisieren.

In der eigens dafür gemieteten Rathenau-Halle im Berliner Ortsteil Oberschöneweide werden rund 70 000 Bürger ihre 132 000 Einsprüche vorbringen. Nach Schätzungen der Anhörungsbehörde, dem Landesamt für Bauen, Verkehr und Straßenwesen, kostet die Anhörung den Steuerzahler dabei insgesamt bis zu 15 Millionen DM. Anfang Mai hatten bereits die Träger der öffentlichen Belange wie Landkreise und Gemeinden ihre Bedenken gegenüber der Planung vorgetragen.

Schon jetzt haben sich die Anhörungen verzögert. So können einige Träger der öffentlichen Belange erst nach Bürger-Anhörung zu Wort kommen. Auch das heute beginnende, auf 60 Werktage veranschlagte Verfahren könnte sich hinziehen, wie Äußerungen des Bürgervereins Brandenburg-Berlin (BVVB) vermuten lassen. Gefordert wird, dass "jeder der möchte, zu Wort gekommen ist", wie BVVB-Sprecher Kristian-Peter Stange sagte.

Dennoch ist man bei der Anhörungsbehörde noch im Plan, wie ihr Sprecher Rainer Laflör sagte. Auch der BBI erwartet, dass bis Ende 2002 rechtzeitig vor Beginn des Flughafenbaus ein Planfeststellungsbeschluss vorliegt. Damit würde es vom Startschuss für die Flughafen-Planung bis zu seiner Eröffnung rund elf Jahre dauern. Das wäre weniger als die Hälfte der Zeit, die die Realisierung des Münchener Flughafens gekostet hatte.

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