Investoren in abwartender Haltung
Europas Börsen bauen Verluste aus

Europas Aktienmärkte haben am Donnerstag bis zum frühen Nachmittag belastet von schwach tendierenden Technologie-, Telekom - sowie Versicherungswerte deutlich an Boden eingebüsst.

Reuters DÜSSELDORF. Händler verwiesen auch auf die US-Aktienfutures, die ins Minus gedreht hätten und eine schwächere Eröffnung der Wall Street anzeigten. Der DJ Stoxx50-Index verlor bis gegen 14.00 Uhr 2,3 Prozent auf 2 659 Zähler. Der Markt war im Vorfeld der Reden von US-Präsident George W. Bush zum Irak vor der Uno und von US-Notenbankchef Alan Greenspan vor dem Haushaltsausschuss von einer abwartenden Haltung der Investoren geprägt. Im Blickfeld der Anleger lag zudem der Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank (EZB), die die Leitzinsen erwartungsgemäss unverändert liess.

Die Branchenindizes der Technologie-, Telekom - und Versicherungsaktien lagen jeweils über drei Prozent im Minus. Im Technologiesektor fiel die Umsatzwarnung des Ektronikkonzerns Philips für seine Chip-Sparte negativ ins Gewicht. Bei den Telekomwerden belasteten die Schwergewichte Vodafone und France Telecom.

Die Titel der Raumfahrt- und Rüstungsfirma BAE Systems gaben nach der Veröffentlichung von schwächer als erwarteten Geschäftszahlen über zehn Prozent nach. Gegen den Trend legten die Titel des deutschen Pharmakonzerns Bayer zwei Prozent zu.

LONDON: Die Zurückstufung von Vodafone, die schwachen Geschäftszahlen von BAE Systems und die düsteren US-Wirtschaftsdaten drückten die Londoner Börse ins Minus. Der FTSE 100-Index verlor 1,9 Prozent auf 4 131 Punkte. Vodafone sackten nach der Herabstufung durch UBS Warburg um 5,5 Prozent ab. Die Titel von Konkurrent mm02 verzeichneten ein Kursverlust von sechs Prozent. BAE Systems büssten nach einem stärker als erwarteten Gewinneinbruch zehn Prozent ein. Gegen den Trend gewannen die Titel des Kreuzfahrtunternehmens P&O Princess rund drei Prozent.

ZÜRICH: Bei den Schweizer Aktien sprachen Händler von Gewinnmitnahmen nach dem Schlussspurt vom Mittwoch. Zudem litten einzelne Werte litten wegen Sonderentwicklungen unter stärkeren Abgaben. Der SMI-Index notierte um 2,1 Prozent schwächer bei 5 140 Punkten. Mit Ungnade reagierte der Markt auf das Halbjahresergebnis des Technologiekonzerns Kudelski. Kudelski erlitt im ersten Halbjahr einen Verlust von 18 Millionen sfr. Die Aktien sanken um 8,4 Prozent. ABB, sackten um fünf Prozent ab. Händler verwiesen auf einen Medienbericht zum Thema Asbest, wonach ABB die Rückstellungen auf vier Milliarden Dollar aufstocke. Aus Kreisen um das Unternehmen hiess es, die Wahrscheinlichkeit für eine markante Erhöhung der Asbest-Rückstellungen sei gering. Im Angebot mit zum Teil markanten Verlusten lagen auch die Versicherer.

PARIS: Die Pariser Börse tendierte bei einem nervösen Handel angesichts des bevorstehenden France Telecom - Vorstandssitzung schwächer. Der CAC 40-Index verlor 2,5 Prozent auf 3 312 Zählern. France Telecom lagen 3,8 Prozent im Minus. Bei dem Telekombetreiber stehen eine mögliche Kapitalerhöhung und ein Entscheid bezüglich der Beteiligung an der deutschen Mobilcom an. Erdölwert TotalFinaElf lastete mit einem Minus von zwei Prozent ebenfalls auf dem Index. Händler verwiesen auf die anstehende Bush-Rede zum Irak, vom der Einfluss auf die Ölpreisentwicklung erwartet wird. Ein weiterer Verlierer war Credit Agricole, deren Titel nach der Vorlage von schwächer als erwarteten Halbjahreszahlen 4,4 Prozent verloren.

AMSTERDAM: Die Benelux-Börsen verzeichneten Kursverluste. Der Amsterdamer AEX-Index fiel um 2,7 Prozent auf 357 Zähler und der Brüsseler Bel20-Index gab um 0,7 Prozent auf 2 245 Punkte nach. Im Zentrum standen im Zuge eines Analystentreffens Philips, die 8,3 Prozent verloren. Philips erwartet im dritten Quartal vier bis sechs Prozent weniger Umsatz in seiner Chip-Sparte. Händler verwiesen auch auf die Zurückstufung durch Morgan Stanley. Die Titel des Chipherstellers ASML sanken um 7,8 Prozent. In Brüssel gaben die Aktien der Supermarktkette Delhaize 0,5 Prozent nach.

MAILAND: An der Mailänder Börse büsste der Mib30-Index 1,8 Prozent auf 25 216 Punkte ein. Angeführt wurde der Abwärtstrend von STMicroelectronics, die um 4,7 Prozent fielen, sowie Fiat mit einem Minus von 3,4 Prozent. Bei Fiat steht später am Donnerstag eine ausserordentliche Aktionärsversammlung an. Die Aktien von Versicherer Generali ermässigten sich um 3,5 Prozent. Unter den Finanzdienstleistern verloren Mediolanum 3,7 Prozent und Fideuram 4,3 Prozent.

MADRID: Der Ibex-35-Index der Madrider Börse lag zwei Prozent im Minus bei 6 361 Zählern. Die Indexschwergewichte litten nach den Avancen vom Vortag unter Gewinnmitnahmen, hiess es. Banco Bilbao Vizcaya Argentaria und Santander Central Hispano büssten je rund drei Prozent ein. Auch Telefonica lagen drei Prozent im Minus. Die Titel des Bauzulieferers Uralita wurden nach einem Übernahmeangebot für 35 Prozent seiner Aktien von der privaten Investmentfirma Nefinsa vom Handel ausgesetzt.

STOCKHOLM: Nachgebende Technologie- und Telekomaktien drückten die skandinavischen Aktienmärkte ins Minus. Der DJ StoxxNordic-Index verlor zwei Prozent auf 243 Punkte. Unter den Telekomausrüstern ermässigten sich Nokia um 3,2 Prozent und Ericsson um 0,8 Prozent. Im Zentrum stand aber die norwegische Fischfarm-Gruppe Pan Fish. Deren Titel brachen um rund 17 Prozent ein, nachdem ein Refinanzierungspaket gescheitert ist. ABB gaben 4,8 Prozent nach.

WIEN: Am Wiener Aktienmarkt verlor der ATX-Index 0,6 Prozent auf 1 125 Punkte.

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