Investoren lassen Vorsicht walten
JP Morgan beflügelt US-Banktitel und den Dow

Die US-Aktienmärkte taten sich zum Wochenauftakt schwer, eine klare Richtung zu finden. In der ersten Börsenhalbzeit lagen die Dividendenpapiere leicht im Minus. Händler begründeten dies mit Gewinnmitnahmen nach den Kursaufschlägen der vergangenen Tage.

bib/kjo NEW YORK. Rund 90 Minuten vor Sitzungsschluss gelang der Wall Street dann doch noch der Sprung ins Plus. Angeführt wurde der Markt von Finanztiteln, allen voran JP Morgan Chase und American Express . Auf der Verliererseite blieben zumeist Technologiepapiere. Teilnehmer verwiesen auf informelle Untersuchungen, die seitens der US-Börsenaufsicht SEC gegen das Telekom-Unternehmen Qwest eingeleitet wurden. Der viertgrößte Anbieter von Ortsgesprächen in den USA muss der Behörde nun seine Geschäftspraktiken beim Verkauf freier Netzwerkkapazitäten an konkurrierende Anbieter erläutern. Die Qwest-Aktie rutschte um 2,2 % ab.

Der Dow-Jones-Index beendete den Handel mit einem Aufschlag von 0,4 %, und der S & P-500-Index rückte um 0,3 % vor. Der technologiegewichtige Nasdaq-Composite-Index schloss praktisch unverändert.

Insgesamt überwog bei den Investoren jedoch die Vorsicht. Viele von ihnen glauben, dass die Kurssteigerungen der vergangenen Woche nicht durch die erwarteten Steigerungen der Unternehmensgewinne gerechtfertigt sind: "Weitere Kursgewinne könnten schwierig sein", sagte dazu etwa Michael Santelli, Manager des Armada Large Cap Value Fund.

Thomas McManus, Investmentstratege bei Banc of America Securities empfahl Investoren derweil, ihr Portfolio umzuschichten. Nur noch 50 % statt bisher 55 % des Geldes sollten in Aktien investiert werden. 45 % sollten seiner Ansicht nach in Bonds fließen und 5 % als Barreserve dienen.

Auf den Verkaufslisten der Marktteilnehmer standen unter anderem die Titel des Halbleiterherstellers Intel . Sie verbilligten sich um 2,2 %. Im Minus landeten auch die Aktien von Qualcomm , die 0,3 % an Boden verloren. Händler führten die Abschläge auf Gewinnmitnahmen zurück. Gerüchte über ein Scheitern der geplanten Fusion zwischen Hewlett Packard und Compaq sorgten ebenfalls für Gesprächsstoff unter den Aktienakteuren. Am Freitagabend hatte der einflussreiche Pensions-Fund Calpers erklärt, er werde gegen den 22-Milliarden-Dollar-Zusammenschluss der beiden Computerhersteller votieren. Fusions-Gegner Walter Hewlett sagte am Wochenende, er rechne mit einem Platzen der Verhandlungen. Compaq gaben 4,2 % nach, Hewlett-Packard konnten sich dagegen um rund 1,9 % verbessern.

Die Aktien der Tabakhersteller gerieten unter Druck. Ursächlich hierfür waren Befürchtungen über strengere Gesetze für den Tabak-Konsum. Einem Zeitungsbericht zufolge strebt das US-Justizministerium eine Verschärfung der Gesetze über Vermarktung, Herstellung und Verkauf von Zigaretten an. Philip Morris verloren 1,3 %.

Zulegen konnten dagegen die Aktien von JP Morgan Chase (+4,5 %). Zuvor hatte das Wirtschaftsmagazin Barron?s berichtet, die zweitgrößte US-Bank könnte von einer wirtschaftlichen Erholung stärker profitieren als die Konkurrenz. Auch andere Banktitel gewannen. So stiegen American Express im Sog des positiven Berichts um 2,6 %.

Für die Titel von Tyco ging es um rund 2,1 % bergauf: Der Mischkonzern, der auf Grund seiner undurchsichtigen Bilanzierungspraktiken starke Kursabschläge hinnehmen musste, hat ein Angebot über 3 Mrd. $ für seinen Plastik-Bereich erhalten.

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