Investoren parken Kapital – Zinsen bis zu 4,5 Prozent ab dem ersten Euro
Tagesgeld steht bei Anlegern hoch im Kurs

Experten rechnen damit, dass die rege Nachfrage nach Geldmarktprodukten noch solange anhalten wird, wie die Frage der Spekulationssteuer auf Aktiengewinne nicht geklärt ist und die Entwicklung an den Märkten nicht besser einschätzbar ist.

FRANKFURT/M. "Tagesgeldkonten sind im Augenblick das am meisten nachgefragte Produkt bei unseren Kunden", sagt Timmo Scheil, Sprecher der Advance Bank. Die Lage an den Aktienmärkten ist immer noch schwer einzuschätzen und Sorgen um eine Spekulationssteuer auf Aktienerträge machen das Investment in Wertpapiere unattraktiv. "Ein Großteil unserer Kunden ist verunsichert und da bieten Tagesgeldkonten eine interessante Lösung. Das Kapital wird gut verzinst und der Anleger kann frei entscheiden, wann er sein Geld wieder in andere Produkte investiert", sagt Scheil.

In schlechten Börsenzeiten erfreuen sich Parkmöglichkeiten wie Tagesgeld- und Festgeldkonten aber auch Geldmarktfonds einer besonders hohen Beliebtheit. Im August wurden Geldmarktfonds im Wert von 1, 05 Mrd. Euro abgesetzt, im Juli waren es gerade mal 404 Mill. Euro. "In den vergangenen Monaten haben sich nochmal sehr viele Investoren mit Aktien die Finger verbrannt, viele von denen fliehen jetzt in Geldmarktprodukte", hat auch Claus Meyer, Marketing Direktor bei der Santander Direktbank, beobachtet. Meyer empfiehlt diese Produkte aber eher für ein kurz- bis mittelfristiges Engagement: "Zum einen ist die Zinskurve momentan eher flach und zum anderen gibt es für die klassische Altersvorsorge einfach attraktivere Lösungen."

Neben dem Zeithorizont spielt bei der Anlage in Produkte des Geldmarktes auch die Mindestanlage eine wichtige Rolle. Einige Banken bieten ihre Produkte erst bei einer Summe von 5 000 Euro an. Bei den meisten Finanzinstituten gelten die attraktiven Zinsen aber schon ab dem ersten investierten Euro.

Auf den Verdruss der Anleger über die Aktienmärkte haben viele Institute mit attraktiven Tagesgeldangeboten mit Zinsen von bis zu 4,5 Prozent reagiert. "Wir sind in den vergangenen drei bis vier Monaten intensiv auf Interessenten zugegangen und haben unsere Tagesgeldprodukte angeboten. So konnten wir auch eine Reihe von neuen Kunden hinzugewinnen", sagt Scheil. Er rät, ständig zwei bis drei Monatsgehälter als täglich verfügbare Reserve auf einem Tagesgeldkonto zu parken, um für kurzfristige Ausgaben schnell an sein Geld zu kommen. "Zurzeit haben aber zahlreiche Anleger ein Vielfaches davon auf Geldmarktkonten", sagt Scheil.

Experten rechnen damit, dass die rege Nachfrage nach Geldmarktprodukten noch solange anhalten wird, wie die Frage der Spekulationssteuer auf Aktiengewinne nicht geklärt ist und die Entwicklung an den Märkten nicht besser einschätzbar ist. "Wir haben nach wie vor Kundenzuwächse bei Tagesgeldkonten und es ist im Augenblick nicht abzusehen, dass der Run auf das Tagesgeld schon beendet ist", sagt auch Scheil.

Quelle: Handelsblatt

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