Investoren reagieren mit Gewinnmitnahmen auf die steigenden Anleihekurse
Neuemission der KfW erfreut sich großer Nachfrage

Am Primärmarkt haben die Investoren am Mittwoch ihr Augenmerk auf die 5 Mrd. Euro schwere Anleihe der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) gerichtet. Mit dem Bond schließt die Förderbank KfW ihr Euro-Benchmark-Programm für das Jahr 2002 ab.

fer FRANKFURT/M. Die als "Euro-Benchmark VI" bezeichnete Anleihe wird am 15. November 2005 fällig und ist mit einem Kupon von 3,5 % ausgestattet. Ihr Renditeaufschlag ("Spread") gegenüber der Bundesobligation Serie 136 beträgt 17 Basispunkte. Dies entspricht einer Rendite von 3,52 %. Die beiden Ratingagenturen Standard & Poor?s sowie Moody?s geben der Emission beide die Bestnoten "AAA" bzw. "Aaa". Federführende Konsortialbanken waren Dresdner Kleinwort Wasserstein, Merrill Lynch sowie Morgan Stanley. Die Orderbücher seien mit Aufträgen in Höhe von 6,75 Mrd. Euro überzeichnet gewesen, teilte das Institut mit. Das Papier wurde zu 78 % in Europa, zu 14 % in Asien und zu 8 % in den Vereinigten Staaten platziert. Deutsche Investoren waren für 23 % des Absatzes verantwortlich.

Außerdem wurden erste Details zur geplanten Anleihe des italienischen Lebensmittelkonzerns Barilla bekannt. Das Unternehmen will den Markt mit einer fünfjährigen Anleihe über 300 Mill. Euro anzapfen, um damit einen Teil der Übernahme des Düsseldorfer Großbäckers Kamps zu finanzieren. Das Interesse an dem Papier sei bisher hoch gewesen, sagte der Sprecher einer Konsortialbank. Er erwartet, dass die Anleihe in der kommenden Woche emittiert wird. Der Kupon werde 75 Basispunkte über den Mid-Swaps liegen und jährlich um 25 Basispunkte steigen. Swapsätze sind der Preis zum Tausch fester gegen variable Zinsen. Die Konsortialführung übernehmen den Angaben zufolge Caboto IntesaBCI, Mediobanca und Unicredito Banca Mobiliare.

Auch Schweden und die Landwirtschaftliche Rentenbank wurden am Primärmarkt aktiv: Beide begaben Bonds über 1 Mrd. $. Schwedens Papier läuft im Jahr 2005 aus, das Papier der Rentenbank 2007. Die deutsche Finanzagentur hat die Renditen für die Bundesobligationen der Serie 141 gesenkt. Sie steht nun bei 3,65 % nach zuvor 3,75 %.

Am Sekundärmarkt gab es Händlern zufolge wenig Bewegung. Bis zum Mittag hätten sich die Spreads von Unternehmensanleihen kaum verändert, nachdem sie in Folge des enttäuschenden US-Verbrauchervertrauens am Vortag um zehn Basispunkte gestiegen waren. Bei den Schwellenländer-Bonds profitierten rumänische Anleihen von einer Heraufstufung des Landes durch die Ratingagentur Fitch. Diese bewertet die langfristigen Verbindlichkeiten Rumäniens nun mit "BB-" nach zuvor "B+". Auch russische Bonds legten weiter zu. In der vergangenen Woche hatte Moody?s das Land auf seine Überprüfungliste für eine Aufstufung gesetzt. Die Agentur bewertet Russland momentan mit "Ba3". Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe lag im Handel am Abend bei 4,55 % gegenüber 4,50 % am Vortag. Der Terminkontrakt Dezember-Bund-Future verlor 37 Basispunkte auf 110,86 %. In den USA stieg die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen bis zum Mittag auf 3,98 % nach zuvor 3,94 %.

"Das war eine Gegenbewegung auf die Kursgewinne von gestern", sagte Rainer Sartoris von HSBC Trinkaus & Burkhardt. Viele Investoren hätten Gewinne mitgenommen. Mittelfristig ist Sartoris "eher positiv gestimmt" für die Rentenmärkte. Für die kommenden zwei Tage erwartet er aber, dass die Märkte sich seitwärts bewegen. Wichtige Daten stünden am Freitag mit den US-Arbeitsmarktdaten an. "Nach den schlechten US-Verbraucherzahlen vom Dienstag könnten die Daten ein Signal geben, ob die amerikanische Notenbank die Zinsen senkt", sagte Sartoris. Er erwartet einen Rückgang der Beschäftigtenzahl um 20 000 Mitarbeiter. Damit bestünde die Zinssenkungsphantasie im Markt weiter.

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