Investoren verlassen "sichere Anlagehäfen": Wall Street gibt Gewinne teilweise wieder ab

Investoren verlassen "sichere Anlagehäfen"
Wall Street gibt Gewinne teilweise wieder ab

Die US-Aktienbörsen haben am Montag einen großen Teil ihrer im Tagesverlauf erzielten Gewinne wieder abgegeben. Händlern zufolge setzte sich am Markt die Überzeugung durch, dass der Aufschwung nur von den Ereignissen im Krieg gegen Irak, nicht aber von wirtschaftlichen Fundamentaldaten getragen sei.

Reuters NEW YORK. Der Standardwerte-Index Dow-Jones legte 0,28 Prozent auf rund 8300 Zähler zu. Die US-Technologiebörse Nasdaq gewann 0,43 Prozent auf 1389 Punkte und der breiter gefasste S&P-500-Index stieg um 0,12 Prozent auf 879 Zähler.

Wachsende Hoffnungen auf ein baldiges Ende des Irak-Krieges hatten den US-Aktienbörsen Händlern zufolge zunächst kräftige Kursgewinne beschert, wobei die führenden Indizes mehr als zwei Prozent in die Höhe geschnellt waren. Der Vorstoß der US-Truppen in die Innenstadt von Bagdad habe auf ein baldiges Ende des Irak-Krieges hoffen lassen.

Im späten Handel habe sich am Markt die Überzeugung durchgesetzt, dass der Kursaufschwung nicht durch die wirtschaftliche Entwicklung gedeckt sei, hieß es weiter. Die Erinnerung an den schleppenden Konjunkturverlauf in den USA habe den Optimismus der Investoren gedämpft. "Das ist durch den Krieg bedingt, aber die Umsätze sind etwas gedämpft", sagte Bob Basel von Salomon Smith Barney. "Der Markt hat zunächst angezogen wegen der anhaltenden Erfolge in Irak. Der Blick ist aber nicht wirklich auf die Fundamentaldaten gerichtet", fügte er hinzu. Jack Francis von UBS Warburg erklärte: "Wegen der Feststellung, dass es keine fundamentalen Gründe für die Erholung der Aktien gibt, fallen die Kurse wieder".

Neue Hinweise auf den Zustand der US-Wirtschaft und auf die Auswirkungen des Krieges auf die US-Unternehmensgewinne könnte Händlern zufolge die beginnende Saison der US-Quartalsergebnisse liefern. Die Aktien des weltgrößten Aluminiumproduzenten Alcoa, der als erstes im Dow-Jones-Index notiertes Unternehmen die Ergebnisse für das erste Quartal vorgelegt hatte, wurden mit 21,63 Dollar um 7,93 Prozent höher bewertet. Zuvor hatte das Unternehmen zwar einen Gewinnrückgang um 31 Prozent berichtet, doch war das Ergebnis besser als von Analysten vorausgesagt. Titel des kanadischen Konkurrenten Alcan legten knapp ein Prozent auf 29,03 Dollar zu.

Die Aktien von AOL Time Warner legten 5,28 Prozent auf 12,16 Dollar zu, nachdem die Investmentbank Morgan Stanley das Investmentrating heraufgesetzt hatte.

Micron Technology profitierten von der Ankündigung Südkoreas, die Speicherchip-Lieferungen in die USA einzuschränken, wenn die angekündigten Strafzölle gegen den heimischen Chiphersteller Hynix Semiconductor ausgesetzt werden. Micron-Aktien gewannen 3,21 Prozent auf 9,00 Dollar. Auch andere Halbleiterhersteller schlossen sich dem Aufschwung an. Branchenführer Intel legten 1,76 Prozent auf 17,35 Dollar zu.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,46 Milliarden Aktien den Besitzer, 2013 Werte legten zu, 1269 gaben nach und 177 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,48 Milliarden Aktien 1899 im Plus, 1239 im Minus und neun unverändert. Die zehnjährigen Staatsanleihen gaben um 4/32 auf 99-6/32 Punkte nach. Sie rentierten mit rund 3,975 Prozent. Die 30-jährigen Bonds schlossen unverändert mit 106-2/32 Zählern bei einer Rendite von 4,969 Prozent.

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