Investoren werden ungeduldig
Ish braucht dringend Geld

Der TV-Kabelnetzbetreiber Ish steckt in Bedrängnis. Wie das Handelsblatt aus Unternehmenskreisen erfuhr, braucht die deutsche Tochter des US-Investors Callahan dringend etwa 50 Mill. Euro neues Geld, um Zinsen für Anleihen zahlen zu können.

HB DÜSSELDORF. Einige Investoren würden ungeduldig und überlegten, bereits gewährte Kreditlinien zu kappen. Offiziell wollte sich die Callahan-Gruppe dazu nicht äußern. Der US-Investor hat die Mehrheit am TV-Kabel in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg von der Deutschen Telekom gekauft. Mit Milliardeninvestitio-nen rüstet Callahan das Netz für digitales Fernsehen, Telefon und schnelles Internet auf.

Für seine neuen Dienste kann Ish aber deutlich weniger neue Kunden begeistern als geplant. Damit fehlen fest einkalkulierte Einnahmen. Analysten schätzen, dass der Kabelbetreiber gerade einmal 3 000 bis 5 000 Nutzer für die neuen Dienste angeworben hat - viel zu wenig, um den Geschäftsplan durchzuziehen. Genaue Zahlen will Ish Ende Mai mitteilen. Seine bisherigen Kabel-TV-Kunden hat Ish überdies mit einer deutlichen Preiserhöhung verärgert. Die Folge ist eine regelrechte Kündigungswelle: In den vergangenen Wochen haben 120 000 Haushalte ihren Kabelanschluss bei Ish gekündigt und weichen auf Satellitenempfang aus.

Sollte das Unternehmen keine neue Kapitalspritze bekomme, werde es Konkurs anmelden müssen, da es überschuldet sei, sagte Galia Velimouk-hametova, Analystin bei JP Morgan. Ish hatte Ende 2001 Verbindlichkeiten von über 3 Mrd. Euro und zahlt etwa 300 Mill. Euro Zinsen pro Jahr. Bei einem Umsatz von 388 Mill. Euro hat der Kabelnetzbetreiber vor Steuern 527 Mill. Euro Verlust eingefahren.

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