Investoren zurückhaltend
US-Börsen im frühen Handel mit Kursverlusten

Die Wall Street startet zur Wochenmitte erneut schwach. Bei geringem Handelsvolumen in der Woche vor Ostern kann der Dow Jones frühe Gewinne nicht halten und rutscht schon in den ersten Minuten 0,10 % ins Minus auf 10 341 Punkte, die US-Technologiebörse Nasdaq gab 0,48 % ab auf 1 815 Zähler. Der breiter gefasste S&P-500-Index fiel 0,21 % auf 1 136 Punkte. Der schwache Geschäftsausblick von Ericsson habe die Technologie-Titel in die Verlustzone gedrückt, sagten Händler.

wsc/rtr NEW YORK. Händler sagten, die Investoren zeigten sich vor Beginn der neuen Berichtssaison zum ersten Quartal ab Anfang April eher zurückhaltend und würden keine größeren Käufe tätigen. Zudem sei die Zeit der "Bekenntnisse" der Unternehmen mit Änderungen der eigenen Gewinnprognosen fast vorbei.

Am Mittwoch stehen keine nennenswerten Bekanntgaben aus dem konjunkturellen Umfeld an, und auch bis zum Wochenende stehen nur noch ein Rückblick auf die Produktivität im vierten Quartal und ein Ausblick auf den Einkaufsmanagerindex für März an. Ansonsten sind es überwiegend Unternehmen und Analysten, die die Nachrichtenlage bestimmen.

Einen Überblick über die konjunkturelle Entwicklung leiten Marktbeobachter aus den aktuellen Zahlen von Dow-Schwergewicht General Electric ab - und der fällt gemischt aus. Die Bestellungen für kurzlebige Güter wie Glühbirnen seien gestiegen, Bestellungen für langlebige Güter wie Flugzeugturbinen seien rückläufig, telte das Unternehmen mit. Das deutet darauf hin, dass der Verbraucher wieder einkauft, die Industrie aber noch schwächelt. Die Aktie notiert schwach behauptet.

Mit Coca-Cola steht ein weiterer Dow-Wert unter Druck. Der weltgrößte Softdrink-Konzern rechnet im laufenden Quartal mit einem Anstieg der weltweiten Absatzzahlen um 4 bis 5 % und trifft damit die Erwartungen der Analysten. Diese meinten am Morgen, besonders die Nachfrageerholung auf dem US-Markt sei zwar erfreulich, doch sei sie nicht stark genug, um die jüngste Rally der Coke-Aktie weiter zu stützen. Das Papier verliert am Morgen 1 %.

Besser als Softdrinks sei ohnehin Bier - zumindest was die Anlage an der Wall Street angehe, meinen die Analysten der UBS Warburg. Nach Gesprächen mit den Vertriebsfirmen hoben die Experten die Ertragsprognosen und Kursziele für den Sektor an. Aktien vom Budweiser-Brauer Anheuser-Busch sowie von Adolph Coors notieren gut behauptet, Papiere von Boston Beer (Samuel Adams) geben leicht nach.

Im Dow steht unterdessen die Aktie des Telekom-Riesen AT&T auf der Gewinnerseite. Bei Bear Stearns äußerten sich die Analysten positiv über den Wert und hoben die Erwartungen an. Die Festnetzsparte des Konkurrenten Sprint kommt weniger gut weg, Bear Stearns hat die Ertragsprognosen gesenkt. AT&T verbessert sich im Handel leicht, Sprint notiert schwach.

Negativ mache sich bei Technologiewerten zudem die Assage des Chefs des schwedischen Telekom-Ausrüsters Ericsson, Kurt Hellström, bemerkbar. Er sagte, er sehe keinen bedeutsamen Anstieg bei den Aufträgen. Zudem sei derzeit noch kein Aufschwung am Telekommunikationsmarkt erkennbar.

Auch die Speicherchip-Branche steht am Mittwoch unter Beobachtung. Zu den meist gehandelten Papieren gehört EMC . Das Wall Street Journal berichtet, EMC denke über weitere Entlassungen nach. Nachdem im letzten Jahr bereits 4 000 Mitarbeiter ihren Job verloren, sollen nun noch einmal zwischen 1 100 und 1 900 Angestellte gehen. Die Aktie verbessert sich um 3 %.

Die Analysten von Merrill Lynch nahmen am Morgen den Bereich der Speicher- und Netzwerkchips in Augenschein. Für die Branche gibt man sich bullish: Sobald die Nachfrage anziehe, so die Experten, würden die Gewinnmargen dank erfolgreich durchgeführter Kostensenkungen drastisch steigen und die Aktienkurse stützen. Merrill Lynch setzte Brocade, Emulex, Network Appliances und QLogic auf "kaufen", die Aktien legen zwischen 3 % und 4 % zu.

Schlechter sieht es am Morgen im Internet-Sektor aus. Die Aktie von Amazon verliert mehr als 6 %, nachdem sich die Analysten von Lehman Brothers erneut vorsichtig äußerten. Zwar habe der Online-Buchhändler ein respektables viertes Quartal vorgelegt, doch finde man die Aussichten nach wie vor zu "undurchsichtig". Lehman Brothers warnte, vor allem im internationalen Geschäft und im Service-Bereich seien die prognostizierten Umsatzzuwächse "riskant".

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