Investors Corner
Aktienanleihen: Hohe Zinsen für Anleger

Wie lässt sich das Risiko einer Aktienanleihe möglichst gering halten? Anleger sollten Titel auf Aktien bevorzugen, über die sie gut informiert sind und denen sie Kontinuität und Stabilität bei der Geschäftsentwicklung zutrauen.

Hohe Zinsen sind das Markenzeichen von Aktienanleihen. Kaum eine andere Anlageform bietet gegenwärtig noch die Chance auf Ausschüttungen von 8 %, 10 % oder gar 15 % p. a. Hohe Kupons bedeuten natürlich auch ein höheres Risiko als für eine Bundesanleihe. Bei Aktienanleihen hängt dieses Risiko von der Entwicklung einer bestimmten Aktie ab. Und doch sind Aktienanleihen eine attraktive Anlage für Anleger, die hohe Zinsausschüttungen erzielen wollen und von einer stabilen Entwicklung am Aktienmarkt überzeugt sind.

Eine Aktienanleihe bezieht sich auf eine bestimmte Aktie, z. B. Allianz, Daimler-Chrysler oder Siemens. Am Ende der Laufzeit wird die Anleihe entweder zu 100 % in Geld oder durch Lieferung einer bestimmten Anzahl von Aktien getilgt. Die Geldzahlung erfolgt, sofern der Aktie über einer bestimmten Schwelle, dem so genannten Basispreis, notiert. Für den maxi-malen Erfolg genügt es also, wenn der Aktienmarkt seitwärts tendiert. Aktien werden geliefert, wenn der Aktienkurs gesunken ist und den genannten Basispreis unterschreitet. Das Aktienpaket hat dann einen Wert von weniger als 100 %. Damit kann ein Verlust verbunden sein, wenn der geringere Wert nicht durch die Zinseinnahmen kompensiert wird.

Wie lässt sich das Risiko einer Aktienanleihe möglichst gering halten? Anleger sollten Titel auf Aktien bevorzugen, über die sie gut informiert sind und denen sie Kontinuität und Stabilität bei der Geschäftsentwicklung zutrauen. Aktien mit hohen erwarteten Kursschwankungen bieten zwar überdurchschnittliche Zinsen. Mit der hohen Volatilität steigt jedoch die Wahrscheinlichkeit, dass die Aktie bei Fälligkeit unter dem Basispreis notiert. Darüber hinaus sollten Anleger auf den Basispreis achten: Aktienanleihen mit einem Basispreis unter dem aktuellen Aktienkurs verschaffen ein zusätzliches Sicherheitspolster, denn auch leicht fallende Märkte beeinträchtigen in diesem Fall nicht den Anlageerfolg.

Steuerliche Aspekte spielen ebenfalls eine wichtige Rolle bei der Anlageentscheidung. Vordergründig gilt die Aktienanleihe als steuerlich ungünstig, weil sie als Finanzinnovation ein-gestuft wird und Gewinne nicht nach einer Haltedauer von zwölf Monaten, wie etwa bei Discount-Zertifikaten, steuerfrei sind. Zinsen und sämtliche Kursgewinne müssen unabhängig von der Haltedauer versteuert werden. Allerdings können Verluste bei der Steuererklärung unmittelbar mit allen anderen Einkünften verrechnet werden.

Aktienanleihen sind damit für Anleger attraktiv, die ihren Sparerfreibetrag nicht ausgeschöpft haben oder, wie häufig bei älteren Anlegern, die über hohe sonstige, ungenutzte Freibeträge verfügen. Diese Anleger können die Gewinne aus einer Aktienanleihe auch nach Steuern ungeschmälert vereinnahmen. Zum Jahresende eröffnen bereits länger laufende Aktienanleihen zudem die Möglichkeit, die Steuerlast des laufenden Jahres durch hohe Stückzinsen zu reduzieren.

Dr. Wolfgang Gerhardt ist Leiter Retail Derivative Products/Marketing & Documentation beim Bankhaus Sal. Oppenheim jr. & Cie. KGaA in Frankfurt.

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