Investors Corner
Die Vorteile der Indizes

Zertifikate basieren oft auf Indizes, zum Beispiel dem Dax. Indizes bilden Marktsegmente ab und dienen als Maßstab. Für die Zertifikate-Gestaltung wichtig ist die Frage: Enthält der Index die Dividenden oder nicht?

Täglich hört man in den Medien Aussagen wie "Die weltweiten Aktienindizes befinden sich nach wie vor im Seitwärtstrend" oder so ähnlich. Aber was genau verbirgt sich eigentlich hinter dem Begriff Index und welche Indizes sollte man als Anleger auf jeden Fall kennen?

Der Grundgedanke eines Index besteht in der möglichst exakten Wiedergabe des "Marktes", der ihm zugrunde liegt. Die Kursbewegungen dieses Marktes werden in einer einzigen Ziffer wiedergegeben oder "gespiegelt". Die generelle Bewegung eines Marktes ist so auf einen Blick erkennbar. Zugleich stellt ein Index einen Maßstab ("Benchmark") dar, an dem andere Anlageergebnisse gemessen werden können.

Wenn Anleger in einen Index investieren, investieren sie immer in eine größere Anzahl von Aktien. Ein Investment in den Dax ist daher nichts anderes als ein Investment in 30 verschiedene Aktien. So werden gesamte Märkte auf einfache und transparente Weise abgebildet.

Performance versus Kurs

Aber auch bei Aktienindizes gibt es kleine Unterschiede, die Investoren berücksichtigen sollten. Denn nicht alle Aktienindizes sind nach dem gleichen Muster aufgebaut. Das Hauptunterscheidungskriterium ist der Einfluss der Dividenden. Man unterscheidet daher Performance- und Kursindizes.

Der wohl bekannteste Performanceindex ist der Dax. In ihn fließen sämtliche Dividenden- oder Bonus-Zahlungen der enthaltenen Unternehmungen ein. Schüttet beispielsweise eine Aktiengesellschaft eine Dividende aus, verliert der Index nicht an Wert; die ausgezahlten Dividenden werden rechnerisch in die entsprechende Aktie reinvestiert. Somit gibt ein Performanceindex Auskunft über die vollständige Wertentwicklung eines Portfolios.

Bei Kursindizes sieht die Lage ein wenig anders aus: Die ausgeschütteten Dividenden führen im Regelfall zu einem Preisabschlag bei der Aktie. Da aber für die Indexberechnung nur der Kurs der Aktie entscheidend ist, führen Dividendenzahlungen zu einem Rückgang des Indexstandes, da auch der Kurs der Aktie sinkt. Bekannte Kursindizes sind z.B. der DJ EuroStoxx 50 oder der Dow Jones.

Dividenden finanzieren Optionen

Die unterschiedliche Behandlung der Dividenden bei der Berechnung der Indizes gibt den Emittenten von Zertifikaten nun Möglichkeiten an die Hand, die Produkte mit verschiedensten Merkmalen zu gestalten. In diesen Unterschieden liegt auch die Antwort auf die viel gestellte Frage, warum es auf Kursindizes zwar Bonus- und Pepp-Zertifikate gibt, auf den Dax, einen Performance-Index, jedoch nicht:

Zertifikate setzen sich im Regelfall aus unterschiedlichen Bestandteilen zusammen. Oftmals werden dafür verschiedene Optionen für das Produkt benötigt. So verbirgt sich hinter einem einfach klingenden Produkt wie einem Bonuszertifikat neben dem Indexinvestment auch eine komplex klingende Option namens Down-and-Out-Put. Diese Optionen werden aus den Dividenden finanziert. Nur so ist es möglich, die entsprechenden Auszahlungsprofile darzustellen.

Da man die Dividenden aber nur bei Kursindizes erhält, kommen auch nur Kursindizes als Basiswert für diese Produkte in Frage.

Steffen Scheuble ist Zertifikate-Experte der Deutschen Bank (Global Equity Derivatives / Structured & Investment Products)

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