Investorzusagen für insgesamt 52 Mill. Euro geben Auftrieb
Letsbuyit schürt Hoffnung auf den schnellen Euro

Mit neuen Investoren hat der Pleitekandidat Letsbuyit auch die Zocker wieder angelockt. Insgesamt war die Stimmung an der Nemax verhalten gut.

FRANKFURT/M. Für ein Kursfeuerwerk auf niedrigem Niveau sorgte am Dienstag erneut die Online-Einkaufsgemeinschaft Letsbuyit. Die Kunde von Investorenzusagen für insgesamt 52 Mill. Euro löste zeitweise eine Kursverdoppelung aus. Das Unternehmen, das von den medienwirksamen Auftritten des ehemaligen Computerhackers und angeblichen Großinvestors Kim Schmitz einen gewichtigen Beitrag zur Kurspflege erhalten hatte, kündigte an, für die neuen Mittel rund 125 Mill. neue Aktien auszugeben. Angesichts der ansonsten drohenden Pleite störten sich die Anleger an der damit einhergehenden erheblichen Verwässerung des bislang knapp 90 Mill. Papiere umfassenden Aktienkapitals offenbar nicht. Die Titel notierten am Abend mit 84 Eurocents immer noch gut 60 % im Plus. Die nicht genannten Käufer der neuen Aktien zahlen deutlich weniger: Laut Vereinbarung ist jedes der Papiere etwa 42 Eurocents wert.

Neue Bescheidenheit sorgt für Anlegerinteresse

Substanzieller erscheint das Kursplus des Internetdienstleisters I-D Media, der T-Online bei der Weiterentwicklung des inhaltlichen Angebotes helfen wird. Trotz des 25 Mill. DM schweren Rahmenvertrages mit der Deutschen Telekom hebt das Unternehmen die Planzahlen nicht an, sondern hält an seiner anlässlich des Börsengangs im Sommer 1999 veröffentlichten Planung fest. Sie sieht für 2001 einen Umsatz von 120 Mill. DM und einen Verlust vor Steuern und Zinsen (Ebit) von zwölf Mill. DM vor. Diese für das Risikosegment neue Bescheidenheit kam bei den Anlegern offenbar gut an: Die Aktie verteuerte sich bis zum Abend um fast 39,5 % auf 9,35 Euro. Beim Schwergewicht T-Online sorgte die Aussicht einer Erweiterung des im Vergleich zum Wettbewerber AOL als schwach geltenden Angebots indes noch nicht für Phantasie: Die Papiere verbilligten sich bis zum Abend um knapp 1 % auf 12,90 Euro. Vielleicht ändert sich das, wenn der neue Vorstandschef Thomas Holtrop am 13. März die neue Strategie vorstellt.

Die Hoffnung, dass das Internet für die Investoren nicht allen Reiz verloren hat, schürte der Kursanstieg des Portalbetreibers Tomorrow Internet. Ohne fundamentalen Anlass verteuerte sich das Papier bei guten Umsätzen um 3 % auf 8,55 Euro. Allerdings ist es damit immer noch weit von seinem Höchststand des noch jungen Kalenderjahres entfernt: Nach der Vorlage der Umsatzzahlen hatte der Titel im Januar bei 11,50 Euro notiert.

Von einer charttechnischen Reaktion profitierte nach Einschätzung von Aktienhändlern die Brokat-Aktie. Die Papiere, die sich seit fast zwei Wochen lang ununterbrochen auf Talfahrt befunden hatten, legten am Nachmittag um 23 % auf 22,85 Euro zu. Den fundamentalen Auslöser für den Anstieg könnte eine Vertriebskooperation mit dem Computerhersteller Compaq gegeben haben. Das US-Unternehmen kündigte an, künftig Produkte der Stuttgarter vertreiben.

Einen neuerlichen Tiefschlag mussten die Aktionäre der Berliner Multimediaagentur Pixelpark hinnehmen. Nachdem viele namhafte Banken den Titel nach der Vorlage des unerwartet hohen Verlustes den Titel bereits zum Wochenauftakt heruntergestuft hatten, zog jetzt auch noch HSBC Trinkaus nach. Die Analysten empfehlen nun nachdrücklich, die Aktien der Bertelsmann-Tochter zu verkaufen. Die Aktie brach daraufhin um knapp 14 % auf 21,59 Euro ein. Von ihrem Anfang Januar gestreiften Jahrestief bei 18,27 Euro ist der einstige Anlegerliebling jedoch noch etwas entfernt. Die Aktien des Konkurrenten Kabel New Media legten derweil um knapp 2 % auf 13 Euro zu, GFT notierten unverändert bei 34,50 Euro.

Lion Bioscience vor Zahlen im Aufwind

Gegen den Trend im Plus notierten die Papiere des Heidelberger Bioinformatik-Spezialisten Lion Bioscience. Das Unternehmen hat für heute die Zahlen für das 3. Quartal des am 31. März endenden Geschäftsjahres 2000/01 angekündigt. Bis zum Abend notierten die Papiere 2,4 % fester bei 64,50 Euro. Die zu den erfolgreichsten Neuemissionen des vergangenen Jahres zählenden Papiere haben sich damit wieder deutlich von ihrem 52-Wochen-Tief von 50, 21 Euro gelöst. Lion blieb nicht die Ausnahme im Sektor: November zogen um rund 13 % an, Schwergewicht Qiagen verbuchte ein Plus von gut 7 % auf 35,77 Euro.

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