IOC bringt sich selbst unter Zeitdruck
Weitere Galgenfrist für griechische Sprintstars

Bühne frei für den nächsten Akt in der Doping-Affäre um die griechischen Sprintstars Kostas Kenteris und Ekaterini Thanou: Im Verfahren vor der IOC-Disziplinarkommission spielt ihr Anwalt auf Zeit - und das IOC spielt mit. Kenteris beteuerte derweil erstmals öffentlich, er sei von niemandem über eine angesetzte Doping-Kontrolle informiert worden.

HB ATHEN. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) kam am Montag bei seiner anberaumten Sitzung durch seine Disziplinarkommission dem Antrag des Athleten-Anwalts Michalis Dimitrakopoulos nach, den beiden griechischen Sprintstars eine weitere Galgenfrist einzuräumen und sie erst am Mittwoch anzuhören. Kenteris und Thanou waren der Einladung zu einer mündlichen Anhörung vor der vom deutschen IOC-Vizepräsidenten Thomas Bach geführten Kommission am Montagvormittag aus gesundheitlichen Gründen nicht nachgekommen.

Unabhängig von den Untersuchungen des IOC hat der Athener Oberstaatsanwalt Dimitros Papangelopoulos am Montag offiziell eine Untersuchung zu der Affäre eingeleitet. Wie die griechische Nachrichtenagentur ANA berichtete, sollen der Doping-Verdacht gegen die beiden Weltklasse-Athleten und die mysteriösen Umstände ihres Motorradunfalls untersucht werden. Im Zuge der eingeleiteten Ermittlungen wurden die Beiden am Montag von einem Gerichtsmediziner untersucht.

Der Verteidiger der beiden hatte den Antrag auf Verschiebung der IOC-Anhörung am Montagmorgen bei der anberaumten Sitzung der Disziplinarkommission gestellt. Damit soll dem 200-m-Olympiasieger und der 100-m-Europameisterin, die beide bei der Sitzung nicht anwesen waren, weil sie nach dem Motorradunfall noch im Krankenhaus liegen, die Chance gegeben werden, selbst bei der Verhandlung auszusagen. Ihr Trainer Christos Tzakos erschien bei der Anhörung. "Ich bin optimistisch und reinen Gewissens", sagte er vor Verhandlungsbeginn. Er war ebenso wie die beiden Athleten vom griechischen Nationalen Olympischen Komitee (NOK) vorläufig aus dessen Olympia-Team suspendiert worden.

Er sei der Kommission dankbar für den Aufschub, sagte Dimitrakopoulos. "Am Mittwoch werden sie um ihr Leben und um ihre Geschichte kämpfen, es ist zugleich die Geschichte Griechenlands", erklärte Dimitrakopoulos nach Anhörung vor der Kommission. Die Verdächtigungen fänden keine Begründung in der Realität. "Es ist nicht wahr, dass unsere Athleten versucht haben, die Doping-Kontrolle zu verweigern."

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