IOC-Entscheidung
ARD und ZDF behalten olympisches Übertragungsmonopol

Das olympische Übertragungsmonopol bleibt bei ARD und ZDF - auch für die Winterspiele 2010 in Vancouver und die Sommerspiele 2012. Allerdings wurden beide Sender zu einer Weitergabe von Rechten verpflichtet.

HB LAUSANNE/HAMBURG. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hatte die Europa-Rechte für die beiden olympischen Großereignisse erneut an die Europäische Rundfunk-Union (EBU), deren Mitglieder ARD und ZDF sind, vergeben. Der Vertragsabschluss schließt außer Italien alle 51 EBU-Länder mit ihren 71 Sendestationen ein. Der von Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi politisch kontrollierte Staatssender RAI hat sich an dem Vertrag nicht beteiligt.

Über die Höhe des Vertragsabschlusses machte das IOC in seiner am Freitagmittag in Lausanne veröffentlichten kurzen Mitteilung keine Angabe. Zu erwarten ist, dass die Summe mindestens um 30 Prozent über jenen 578 Millionen Dollar (510 Millionen Euro) liegt, die die EBU für die Übertragungsrechte der Winterspiele in Turin und der Sommerspiele 2008 in Peking gezahlt hat. Eine Steigerung von 30 Prozent hatte das IOC im Poker um die USA-Rechte erzielt und sie zum Maßstab für die Europa-Rechte genommen. Der TV-Gigant NBC bezahlt für die Spiele 2010 und 2012 zwei Milliarden Dollar.

Der Abschluss kam nach einem schwierigen, zweitägigen Verhandlungsmarathon zwischen IOC und EBU am Donnerstag in Lausanne zu Stande. Auf Druck der EU-Wettbewerbskommission und um eine Konkurrenzsituation zum Privat-TV zu schaffen, hatte das IOC die Europa-Rechte erstmals öffentlich ausgeschrieben. Sie umfassen das gesamte Paket einschließlich der Rechte für Rundfunk, Mobiltelefone und Miltimedia. Seit der erstmaligen Vergabe zu den Sommerspielen 1960 in Rom waren sie nahezu automatisch an die EBU gegangen.

Trotz einer Reihe von Angeboten (SAT.1-Sendegruppe, RTL, Pay- Sender Premiere, Agentur Sportfive), die vor allem auf den lukrativen deutschen Markt abzielten, entschied sich das IOC schließlich für eine Europa-weite Lösung und gegen eine nationale Aufsplitterung bei der Vergabe. "Die Verhandlungen waren nicht einfach", sagte IOC - Vizepräsident Thomas Bach. Die EBU biete in einer "technisch und wirtschaftlich sehr komplexen Situation" die größte Sicherheit und habe sich am Ende auch preislich so bewegt, dass ein "fairer Vergleich" erzielt werden konnte.

Seite 1:

ARD und ZDF behalten olympisches Übertragungsmonopol

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%