IPO erst 2002
Arcor-Börsengang verzögert sich weiter

Der ursprünglich für März 2001 geplante Börsengang der Vodafone-Tochter Mannesmann-Arcor, der durch das Veto des Minderheitsaktionärs Deutsche Bahn bisher verhindert worden ist, wird sich weiter verzögern.

Reuters ESCHBORN. In diesem Jahr werde es für Arcor "auf keinen Fall" einen Börsengang geben, sagte eine Sprecherin des Eschborner Festnetzunternehmens am Donnerstag. Aus Vodafone-Kreisen verlautete: "Die Verzögerung lähmt Arcor in seinen Expansionsbestrebungen." Das aus dem Börsengang zufließende Kapital sollte für Akquisitionen verwendet werden, die nun nicht realisiert werden könnten. Arcor hatte nach der Einigung mit der Bahn zur Gründung eines Joint Ventures Mitte Mai noch mitgeteilt, der Börsengang könne nun umgehend realisiert werden.

"Es gibt in wichtigen Fragen bezüglich der möglichen Gründung einer Tochtergesellschaft mit der Bahn, die bahnspezifische Dienste erbringen soll, noch konträre Standpunkte", sagte die Arcor-Sprecherin. Ein Spitzengespräch von Bahnchef Hartmut Mehdorn, Arcor-Chef Harald Stöber und Vodafone-Vorstandsmitglied Thomas Geitner am Mittwochabend in Düsseldorf habe in dem seit Monaten andauernden Streit zu keiner Einigung geführt. In den kommenden Wochen seien weitere Gespräche auf verschiedenen Ebenen geplant. Zu Einzelheiten über die strittigen Fragen machte die Sprecherin keine Angaben. Ein Sprecher der Bahn sagte dazu, über die Anteilsverhältnisse des geplanten Joint Ventures, an dem die Deutsche Bahn die Mehrheit anstrebe, gebe es derzeit noch keine Einigung.

Arcor-Mehrheitsaktionär Vodafone dringt seit Monaten auf einen Börsengang der Festnetztochter. Die Deutsche Bahn, die mit 18 Prozent an Arcor beteiligt ist, hatte dies durch ihr Vetorecht im Aufsichtsrat bisher verhindert. Sie fordert die Rückgabe der Fernmeldeanlagen, die Mehdorns Vorgänger Johannes Ludewig an Arcor verkauft hatte. Mitte Mai hatte Mehdorn auf der Bilanzpressekonferenz in Berlin erklärt, die Bahn wolle mit Arcor ein Gemeinschaftsunternehmen gründen mit dem Ziel, die Telematik wieder in die Bahn zu integrieren.

Den Plänen zufolge soll Arcor in einem ersten Schritt in die Bereiche Festnetz und Telematik geteilt werden. Dies solle im Frühjahr 2002 geschehen. In weiteren Schritten strebe die Bahn bis 2004 die Mehrheit an dem Telematikbereich an, hieß es. Das Umsatzvolumen, das Arcor in das Joint Venture ausgliedern würde, bezifferte die Arcor-Sprecherin mit 430 Millionen Euro, was 25 Prozent des Gesamtumsatzes entspreche.

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