IPO-Kolumne
„Knocking at your backdoor“

Neues Spiel + veraltete Regel = erhöhtes Gestaltungspotenzial. Seitdem bekannt ist, dass die ersten Unternehmen des Jahres schon im Juni an die Börse wollen, rollt die Vermarktungsmaschinerie. Und an den Hintertürchen wird offensichtlich wieder kräftig angeklopft.

Neues Spiel + veraltete Regel = erhöhtes Gestaltungspotenzial. Seitdem bekannt ist, dass die ersten Unternehmen des Jahres schon im Juni an die Börse wollen, rollt die Vermarktungsmaschinerie. Und an den Hintertürchen wird offensichtlich wieder kräftig angeklopft. Grund dafür ist, dass die Aufsichtsbehörden den Unternehmen seit den Auswüchsen des Neuen Marktes, in denen Börsenkandidaten und Banken allzu großzügig mit ihren Zukunftsprognosen umgegangen sind, einen Riegel vorgeschoben haben.

"Keine Zukunftsaussagen" lautet seither die pauschale Ansage. Dafür gibt es die Analystenstudien, die zwar von den Konsortialbanken kommen, von diesen aber nach eigener Aussage überhaupt nicht beeinflusst sind. Und damit Privatanleger nur ja keine falschen Schlüsse daraus ziehen, werden sie auch nur an Großanleger versandt. Privatanleger und Presse bleiben außen vor.

Weil man aber auf der einen Seite etwas verkaufen will (nämlich Aktien), auf der Gegenseite aber keine Werbung mit großen Zukunftsaussichten dafür machen darf, gibt es dazwischen die so genannten "Flüsterer". Die klopfen mit diesen Analystenstudien gezielt an der Hintertür wohl gesonnener Medien an. Das würden die natürlich nie zugeben, hätte man doch den weitaus größeren Teil der Medien, bei denen nicht angeklopft wurde, gegen sich. Fakt ist jedoch: Die eigentliche Pressekonferenz wie heute bei SMA verkommt durch dieses Vorgehen zur Farce, bei der vorgefertigte Statements abgelesen und Werbefilmchen vorgespielt werden.

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