Archiv
IRA will wieder über Waffenabgabe verhandeln

Wenige Tage vor Ablauf einer von der britischen Regierung gesetzten Frist zur Rettung des Nordirland- Friedensabkommens hat die katholische Untergrundorganisation IRA ein neues Gesprächsangebot gemacht.

dpa LONDON/BELFAST. In einer am Mittwochabend herausgegebenen Mitteilung erklärte sie sich zur "Intensivierung" des Dialogs über die heikle Frage der Auflösung ihrer Waffen- und Sprengstofflager bereit. Londons Nordirland-Minister John Reid begrüßte am Donnerstag den Schritt der IRA, auf den jetzt schnell reagiert werden müsse.

Nach ersten Reaktionen aus dem protestantischen Lager in Belfast blieb jedoch offen, ob mit der Erklärung eine neue Krise in Nordirland abgewendet werden kann. Führende Politiker der Ulster Unionist Partei (UUP) sprachen von einer "Panikreaktion" der IRA nach den Terroranschlägen in den USA. Die von Reid gesetzte Frist über einen Durchbruch in der Entwaffnungsfrage läuft an diesem Samstag ab.

"Wachsende Intoleranz gegenüber dem Terrorismus"

Reid hatte die IRA nach politischen Konsultationen in London am Mittwoch zu einer Geste aufgefordert. Für Terroristen sei es jetzt an der Zeit, "aus der Kälte zu kommen", sagte er. Nach den schrecklichen Ereignissen in Washington und New York gebe es eine "wachsende Intoleranz" gegenüber dem Terrorismus, hatte Reid nach Treffen zwischen Premierminister Tony Blair und dem irischen Ministerpräsidenten Bertie Ahern erklärt.

In ihrer Erklärung verurteilte der "Armeerat" der IRA die Terroranschläge und sprach dem amerikanischen Volk sein "Mitgefühl" aus. Diese Geste, so hieß es in London, sei der Organisation von Seiten der US-Regierung "nahegelegt" worden.

Falls bis Mitternacht am Samstag keine Annäherung in der Entwaffnungsfrage erzielt wird, hat Reid die Wahl zwischen einer erneuten Suspendierung der Provinzregierung oder der Ausrufung von Neuwahlen zum nordirischen Regionalparlament. Die politische Krise in Nordirland war am 1. Juli durch den Rücktritt von Regierungschef David Trimble ausgelöst worden, der damit gegen die stagnierenden Abrüstungsgespräche protestiert hatte.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%