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Irak-Folter: Hunde-Einsatz angeblich angeordnet

Washington (dpa) - US-Geheimdienstangehörige haben nach Informationen der «Washington Post» den Einsatz von Hunden zur Einschüchterung von Häftlingen im irakischen Gefängnis von Abu Ghoreib angeordnet.

Washington (dpa) - US-Geheimdienstangehörige haben nach Informationen der «Washington Post» den Einsatz von Hunden zur Einschüchterung von Häftlingen im irakischen Gefängnis von Abu Ghoreib angeordnet.

Der Plan sei direkt von der militärischen Geheimdienstspitze in der Anstalt gebilligt worden, berichtete das Blatt am Freitag unter Berufung auf Aussagen von Hundeführern. Bildern von Häftlingen mit schreckgeweiteten Augen, die von einem zähnefletschenden Hund bedroht werden, waren vor wenigen Wochen neben anderen Fotos von Gefangenenmisshandlungen um die Welt gegangen.

Dem Blatt zufolge gab ein an Häftlingsverhören beteiligter Geheimdienstangehöriger an, zwei Hundeführer in Abu Ghoreib hätten sich einen «Wettbewerb» geliefert. Dabei sei es darum gegangen, möglichst viele Gefangene durch den Einsatz von Hunden aus Angst zum Urinieren zu bringen.

US-Präsident George W. Bush versicherte unterdessen, dass er keine Anordnungen zur Folterung von Gefangenen bei Verhören gegeben habe. «Die Anweisung, die ich gegeben habe, ist die, dass alles was wir tun, im Einklang mit US- und internationalen Gesetzen steht», sagte Bush am Donnerstag (Ortszeit) auf einer Pressekonferenz zum Abschluss des G8-Gipfels im US-Staat Georgia. Auf Fragen, ob er glaube, dass Folter unter bestimmten Bedingungen gesetzlich erlaubt sein könne, ging Bush indessen nicht ein.

Hintergrund sind jüngste Medienberichte, denen zufolge Regierungsjuristen in mehreren Rechtsgutachten 2002 und 2003 zum Schluss gekommen sind, dass Folter zulässig sein könne, wenn es um die mögliche Vereitelung von Terrorattacken gehe.

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