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Irak-Geisel Kenneth Bigley ist tot

Drei Wochen nach seiner Entführung im Irak ist der Brite Kenneth Bigley von seinen Geiselnehmern ermordet worden. Das bestätigte Außenminister Jack Straw am Freitagabend. Straw sprach Bigleys Familie sein Beileid aus. Mit ihr habe das ganze Land „drei qualvolle Wochen“ hinter sich.

dpa LONDON/BAGDAD. Drei Wochen nach seiner Entführung im Irak ist der Brite Kenneth Bigley von seinen Geiselnehmern ermordet worden. Das bestätigte Außenminister Jack Straw am Freitagabend. Straw sprach Bigleys Familie sein Beileid aus. Mit ihr habe das ganze Land "drei qualvolle Wochen" hinter sich.

Der arabische Fernsehsender Abu Dhabi TV berichtete, dass Bigley von der Gruppe um den jordanischen Terroristenführer Abu Mussab el Sarkawi getötet worden sei. Der Sender berief sich dabei auf informierte Quellen im Irak. Sarkawis Gruppe El Tawhid wa El Dschihad hatte Bigley zusammen mit zwei Amerikanern am 16. September aus einem Wohnhaus in Bagdad verschleppt. Die beiden Amerikaner waren kurz darauf vor laufender Kamera enthauptet worden.

"Vielleicht war auch sein Schicksal von Anfang an besiegelt", sagte Phil Bigley, ein Bruder des 62-jährigen Ingenieurs aus Liverpool. Ein anderer Bruder des Opfers, Paul Bigley, beschuldigte Premierminister Tony Blair, "Blut an den Händen" zu haben.

Aus islamistischen Kreisen in Falludscha verlautete, Bigley sei am Vortag in Latifija bei Bagdad enthauptet worden. Die Kleinstadt gehört zu einer Zone im südlichen Vorland von Bagdad, in der sich Rebellen und Kriminelle frei bewegen können. Das US-Militär und irakische Sicherheitskräfte hatten vor drei Tagen eine große Operation gestartet, um die Kontrolle über das Gebiet zurückzugewinnen. Bei Kämpfen am Freitag wurden in Iskanderija, unweit von Latifija neun Zivilisten getötet und 17 verletzt, wie Krankenhausärzte berichteten.

Bei einem neuerlichen US-Luftangriff auf Falludscha traf eine der Bomben angeblich ein Haus mit einer Hochzeitsgesellschaft. Unter den elf Toten sei auch der Bräutigam, teilten Krankenhausärzte mit. Die Feier sei zwar schon beendet gewesen, berichteten Augenzeugen, doch ein Teil der Gäste habe sich weiter in dem Gebäude aufgehalten. Insgesamt sollen zwei Häuser zerstört worden sein.

Das US-Militärkommando in Bagdad erklärte, ein Unterschlupf der Sarakawi-Terroristen sei getroffen worden. "Glaubwürdige nachrichtendienstliche Hinweise" hätten belegt, dass sich zum Zeitpunkt des Luftangriffs führende Mitglieder der Terrorgruppe in dem Gebäude aufgehalten hätten.

In der nordirakischen Stadt Kirkuk eröffneten bewaffnete Täter das Feuer auf eine Polizeistreife. Dabei kam ein Beamter ums Leben, zwei weitere wurden verletzt. Bei Kirkuk im Norden wurde ein US-Soldat bei einem Angriff von Rebellen getötet.

Mit einem militärischen Operationsplan hat die Nato den Rahmen für ihre Ausbildungsmission für Sicherheitskräfte im Irak festgelegt. Es werden dort "mehrere hundert Ausbilder" tätig sein, sagte der für den Einsatz verantwortliche US-General David Petraeus im Brüsseler Nato-Hauptquartier. Der Nato-Oberkommandierende in Europa, US-General James Jones, sieht nach früheren Angaben höchstens 3 000 Ausbilder der Allianz im Irak im Einsatz. Deutschland wird Ausbildungshilfe nur außerhalb des Iraks leisten.

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