Irak
Kommentar: Europa ist keine Insel

Das Zögern der Europäer in der Irak-Frage könnte sich bitter rächen.

Vor einem Jahr waren sie noch eilfertig dabei, die Europäer. Nach dem Schock des 11. September erschöpften sich ihre Solidaritätsadressen für Amerika keineswegs in leeren Worthülsen. Der Feldzug gegen das Terrornetzwerk der El Kaida erfolgte unter starker europäischer Beteiligung. Die Allianz gegen den Terror stand.

Und heute? Ein Jahr nachdem die Zwillingstürme des World Trade Center in Schutt und Asche zerfielen, ist es mit jener Solidarität nicht mehr weit her. Jetzt, wo Bush es mit Iraks Diktator Saddam Hussein aufnehmen will, wagt sich außer Tony Blair niemand aus der Deckung. Während Bush zur nächsten Etappe im Anti-Terror-Krieg bläst, ist sich in Europa jeder selbst der nächste, ist Europa mehr mit sich als mit der Welt beschäftigt. Keine Spur von außenpolitischem Gleichschritt.

Das könnte sich noch bitter rächen. Die Europäer übersehen, dass die Gefahren, die vom Irak ausgehen, auch sie bedrohen. Europa ist keine Insel der Seligen.

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