Irak-Konflikt belastet zusätzlich - Händler von Konjunkturdaten enttäuscht
Dow Jones verliert fast 100 Punkte

Die New Yorker Börsen sind am Donnerstag im Verlauf ins Minus gerutscht, nachdem sie den Handel zunächst uneinheitlich eröffnet hatten. Die anhaltenden weltpolitischen Spannungen sowie schwächer als erwartet ausgefallene US-Konjunkturdaten belasteten die Stimmung am Markt, sagten Händler.

Reuters NEW YORK. Unerwartet schwache US-Konjunkturdaten und die zunehmende Unsicherheit der Anleger wegen eines möglichen Krieges in Irak haben die US-Börsen am Donnerstag belastet. Händler sagten, die höhere Bewertung des Halbleiter-Sektors durch die Investmentbank Merrill Lynch, die zu Handelseröffnung noch für leichte Zuwächse gesorgt hatte, sei in den Hintergrund getreten. Der Dow-Jones-Index fiel nach vorläufigen Schlussangaben um 86,20 Zähler oder 1,08 Prozent auf 7914,40 Punkte. Der S&P-500-Index gab um 8,07 Zähler oder 0,95 Prozent auf 837,06 Punkte nach. Der NASDAQ-Index ging mit 1331,23 Punkten aus dem Handel und wurde damit um 3,09 Zähler oder 0,23 Prozent zurück gestuft.

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"Die Kurse sind wegen der schwachen Konjunkturdaten abgebröckelt", sagte Peter Cardillo, Chefstratege bei Global Partners Securities. "Der Markt konzentriert sich auch wieder stärker auf die weltpolitische Lage. Solange wir uns nicht einer Lösung nähern, wird der Markt weiter so dahindümpeln." Bill Punk von Punk Ziegel & Co, fügte hinzu: "Die politische Situation ist eindeutig ein Problem für den Markt. Es hat bisher keine Lösung gegeben." Die Anleger warteten auf einen Schritt in die eine oder andere Richtung

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Die USA wollen offenbar trotz Widerstands vieler UNO-Mitglieder nächste Woche dem UNO-Sicherheitsrat eine Irak-Resolution vorlegen, die einen Krieg gegen das arabische Land rechtfertigen würde. Informationen aus US-Regierungskreisen zufolge soll in dem Entwurf Irak ein "substanzieller Bruch" der UNO-Abrüstungsresolution vorgeworfen werden. Damit könnten dem Land militärische Strafmaßnahmen drohen. Auch eine Reihe schwacher US-Konjunkturdaten trübten nach Angaben von Händlern die Stimmung an der Wall Street. Das Außenhandelsdefizit der USA hatte sich im vergangenen Jahr um mehr als 20 Prozent auf ein Rekordniveau von 435,2 Milliarden Dollar ausgeweitet. Auch die Lage am US-Arbeitsmarkt bleibt weiter angespannt. Die Zahl der Erstanträge auf US-Arbeitslosenhilfe stieg in der vergangenen Woche überraschend stark knapp über die Marke von 400.000. Weitere schlechte Nachrichten kamen erneut aus dem Verarbeitenden Gewerbe. Der Konjunkturindex der Federal Reserve Bank von Philadelphia sank im Februar unerwartet stark auf 2,3 von 11,2 Zählern im Vormonat.

Die Kursverluste der Aktien des US-Biotechnologiekonzerns Biogen, die fast 9 Prozent Dollar einbrachen, belasteten nach Händlerangaben die Nasdaq. Der Konzern hatte für sein Medikament gegen Schuppenflechte keine Zulassung für Europa erhalten. Es könne Jahre dauern, bis Biogen die von den Behörden verlangten zusätzlichen Informationen gesammelt habe, sagten Händler.

Unterdessen rutschten die Papiere von ADC Telecommunications rund 9 Prozentab. Der Telekommunikations-Ausrüster hatte zwar im ersten Geschäftsquartal den Verlust verringert. Der Umsatz fiel jedoch im Zuge der schwachen Telekom-Investitionen gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 32 Prozent. Händler sagten, die höhere Bewertung der Intel-Aktie sowie die Anhebung der Aussichten für den gesamten Chipsektor durch die Investmentbank Merrill Lynch sei angesichts der Unsicherheit im Zusammenhang mit dem Irakkonflikt und der schwachen Konjunkturdaten in den Hintergrund getreten. Der Aktienkurs von Intel stieg gestern leicht. Auch der Halbleiterindex der Philadelphia Stock Exchange lag im Plus.

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