Irak-Krieg abgelehnt: Arabischer Gipfel stärkt Bagdad den Rücken

Irak-Krieg abgelehnt
Arabischer Gipfel stärkt Bagdad den Rücken

Die Staatschefs der Arabischen Liga haben der irakischen Führung bei ihrem Gipfel in Scharm el Scheich den Rücken gestärkt. Ein Vorschlag der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), das Regime von Präsident Saddam Hussein mit Sicherheitsgarantien ins Exil zu schicken, wurde dagegen nicht ernsthaft diskutiert.

HB/dpa SCHARM EL SCHEICH. In einer gemeinsamen Erklärung, die der Generalsekretär der Liga, Amre Mussa, am Samstagabend verlas, hieß es, die Staaten der Region stellten sich fest und geschlossen gegen einen Militärschlag. Ein Angriff gegen den Irak würde als Angriff auf die gesamte arabische Nation angesehen. Keiner von ihnen werde sich deshalb "an einer Militäraktion beteiligen, die gegen die Sicherheit und territoriale Einheit des Irak gerichtet ist". Gleichzeitig übten die Teilnehmer des eintägigen Gipfels heftige Kritik an Washington.

So hieß es in ihrer Abschlusserklärung: "Die arabische Nation bekräftigt, dass die Entwicklung seiner Regime eine Frage ist, über die einzig und allein die Völker der Region entscheiden, fernab jeder ausländischen Einmischung". Damit spielten die Araber einerseits auf die amerikanische Forderung an, sie sollten den irakischen Präsidenten Saddam Hussein ins Exil drängen, andererseits aber auch auf jüngste Äußerungen von US-Präsident George W. Bush und Außenminister Colin Powell. Diese hatten erklärt, die USA wollten die arabische Welt "demokratisieren" und die politische Landkarte der Region verändern. Weiterhin beschlossen die Staatschefs, eine Delegation nach Washington und Bagdad sowie zu den Vereinten Nationen und in mehrere europäische Hauptstädte zu schicken, um einen Krieg zu verhindern.

Die irakische Delegation zeigte sich sehr zufrieden mit der Abschlusserklärung. "Der Gipfel hat klar gemacht, dass die Araber die Pläne der Kolonialisten ablehnen", sagte Außenminister Nadschi Sabri. Auf die Frage, ob Bagdad bei einem von den USA angeführten Krieg mit Angriffen gegen Israel und Kuwait antworten würde, sagte er: "Wir werden unser Staatsgebiet verteidigen und wenn einer seine Hand über die Grenzen hinaus ausstreckt, werden wir ihm den Kopf abschlagen.

Der Präsident der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), Scheich Zajid el Nahajan, hatte vorgeschlagen, Saddam Hussein und seine Staatsführung sollten binnen zwei Wochen zurücktreten und ins Exil gehen. Einzig Kuwait und Saudi-Arabien äußerten sich vor laufenden Kameras positiv über den Plan. Der Plan sah vor, dass die Vereinten Nationen mit Unterstützung der Arabischen Liga für eine Übergangszeit die Kontrolle im Irak übernehmen, "bis sich die Situation wieder normalisiert hat".

"Die Araber haben den Vorschlag nicht abgelehnt, sondern sie haben es abgelehnt, überhaupt darüber zu diskutieren", sagte nach dem Ende des Gipfels enttäuscht der Informationsminister der VAE, Abdullah Bin Said Al Nahjan. Arabische Beobachter erklärten, die Erklärung der Staatschefs sei nur ein Minimalkonsens. Auf mehr hätten sich die heillos zerstrittenen arabischen Führer nicht einigen können.

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