Irak-Krieg erwartet
Ifo senkt Wachstumsprognose

Mit dem Münchner Institut für Wirtschaftsforschung (Ifo) hat ein weiteres Forschungsinstitut seine Wachstumsprognose für Deutschland gesenkt. Damit schätzen inzwischen fünf der sechs führenden Institute die Wirtschaftsaussichten pessimistischer ein als die Bundesregierung.

Reuters BERLIN. "Wir senken die Wachstumsprognose auf 0,9 %, weil die alte Prognose unter der Annahme stand, dass es keinen Irak-Krieg gibt. Wir gehen nun von einem kurzen Krieg aus", sagte Ifo-Chef Hans-Werner Sinn der Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag in Wiesbaden. Sollte es zu einem lang anhaltenden Krieg kommen, würde das Wachstum nach Worten von Sinn noch niedriger ausfallen. Im Dezember hatte das Ifo noch ein Wachstum von 1,1 % prognostiziert.

Die Bundesregierung erwartet in diesem Jahr offiziell einen Anstieg der Wirtschaftsleistung um ein Prozent. Sie hat jedoch wiederholt betont, dass ein Krieg im Irak das Wachstum noch weiter bremsen könnte.

Regierungsprognose wirkt immer optimistischer

Am Mittwoch hatte bereits das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) angekündigt, seine Prognose in "Richtung 0,5 %" zu senken. Auch das Institut für Wirtschaftsforschung in Halle (IWH) will seine Prognose von derzeit 1,1 % ebenfalls unter ein Prozent senken.

Auch die deutsche Industrie zeigt sich sehr pessimistisch. "Selbst wenn man den drohenden Irak-Krieg außer Acht lässt, können wir froh sein, wenn noch ein Wachstum von einem halben Prozent herausspringt", sagte Michael Rogowski, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Donnerstagsausgabe).

In Kreisen des deutschen Finanzministeriums hatte es zudem am Mittwoch geheißen, der Internationale Währungsfonds (IWF) werde angesichts von Abwärtsrisiken für die Weltwirtschaft seine Prognose für Europa und die USA reduzieren.

Mit der Senkung ihrer Wachstumsprognosen halten es viele Experten für immer unwahrscheinlicher, dass Deutschland mit seiner Neuverschuldung in diesem Jahr unter der EU-Obergrenze von drei Prozent bleiben kann. Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) selbst hat eingeräumt, dass die Grenze nur eingehalten wird, wenn das Wachstum mindestens ein Prozent beträgt.

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