Irak-Krieg und SARS belasten
Airlines streichen massiv Stellen

Der Irak-Krieg und die Lungenentzündung SARS setzen die ohnehin angeschlagene Luftfahrtindustrie immer mehr unter Druck. Nach Kürzungen in den Flugplänen setzen Airlines nun auch beim Personal den Rotstift an.

HB/dpa HAMBURG/SYNDEY. Wegen der Buchungseinbrüche und mangelnder Auslastung meldet die Branche Kurzarbeit, Arbeitszeitverkürzung und betriebsbedingte Kündigungen. Die australische Fluggesellschaft Qantas streicht 1400 ihrer rund 35 000 Arbeitsplätze. Außerdem sollen 300 Vollzeitstellen in Teilzeitjobs umgewandelt werden, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. 1000 Beschäftigten werde gekündigt, 400 weitere Arbeitsplätze sollen künftig nicht neu besetzt werden. Es sei "entscheidend, dass wir schnell unsere Position in einer sehr schwierigen und umkämpften Branche sichern", sagte der Qantas-Vorstandsvorsitzender Geoff Dixon.

Bei der Lufthansa soll das Bodenpersonal in Deutschland wegen der Buchungsrückgänge vom 15. April an ohne Lohnausgleich eineinhalb Stunden weniger arbeiten. Das Krisenpaket schließt außerdem Kurzarbeit für die 13 000 Beschäftigten in den Kabinen ein. Dabei hatte das Unternehmen bereits vor Wochen unter anderem mit der Stilllegung von 55 Maschinen der eigenen Flotte und bei Partnern auf die schwache Auslastung reagiert. Mit den Partnern unterhält die Lufthansa rund 400 Flugzeuge. Die Auslastung der Passagier- und Frachtmaschinen sank in den ersten drei Monaten 2003 um 2,7 Punkte auf 68,3 %. Am Dienstagnachmittag hatte das Unternehmen eine Gewinnwarnung für das 1. Quartal ausgegeben.

Die italienische Fluggesellschaft Alitalia entlässt angesichts der Verluste im ersten Quartal 2003 von rund 50 Mill. ? vor allem Flugbegleiter auf Mittel- und Langstreckenflügen. Ursache für die Buchungsrückgänge besonders bei Fernreisen ist auch nach Ansicht von Alitalia-Vorstandschef Francesco Mengozzi der Krieg im Irak. Falls sich die Situation weiter verschlechtert, könnte es zu einem weiteren Stellenabbau kommen.

Anfang des Monats hatte bereits die niederländische Airline KLM den Abbau von 2000 bis 3000 der etwa 30 000 Arbeitsplätze angekündigt. Mit den Personalkürzungen und weiteren Vorhaben will das Unternehmen jährlich rund 500 Mill. ? einsparen.

Die Krise im Luftverkehr wirkt sich auch auf die Deutsche Flugsicherung in Langen (Kreis Offenbach) aus. Personalchef Jürgen Hartwig kündigte an, ein Teil der 5500 Beschäftigten werde in Kurzarbeit geschickt. Ein Einstellungsstopp sei bereits verhängt. Ausgenommen sei der Bereich der 1800 Fluglotsen.

Der Irak-Krieg bringt den europäischen Fluggesellschaften nach Schätzungen der EU-Kommission Verluste von 2,5 Mrd. ?. Der internationale Branchenverband IATA rechnet weltweit mit einem Verlust von sieben Mrd. Dollar (6,5 Mrd Euro) in diesem Jahr. Der Irak-Krieg könne die Airlines weitere vier Mrd. Dollar kosten.

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