Irak-Krieg und SARS belasten
AUA fliegt unsicheren Zeiten entgegen

Die Austrian Airlines AG (AUA) hat 2002 operativ den turn around geschafft, sieht sich aber erneut in einer wirtschaftlich unsicheren Situation. Der Irak-Krieg und dessen nicht abschätzbare Folgen für die Luftfahrtbranche bzw. das Problem SARS ließen eine abgesicherte Prognose für das Jahr 2003 nicht zu, teilte AUA am Donnerstag mit.

Reuters WIEN. Die im Dezember 2002 abgegebene Prognose war von AUA Mitte Februar teilweise zurückgenommen worden. Die am 20. Februar gegebene Einschätzung für 2003, dass das positive Jahresergebnis über jenem des Jahres 2002 liegen werde, wurde von AUA am Donnerstag nicht wiederholt.

Erst vergangene Woche hatte AUA angekündigt, weitere 150 Stellen abbauen zu wollen, nachdem schon im Jahr 2002 rund 1000 Stellen in der Gruppe gekürzt worden waren. Zudem wurde ein weiteres Maßnahmenpaket angekündigt, das die Einsparungen um 20 Mill. auf 60 Mill. ? erhöhen soll. AUA, zu der neben der Mutter die Regionalfluggesellschaft Tyrolean Airways und die Lauda Air gehört, haben auch die Kapazität für April und Mai deutlich gekürzt und vier Flugzeuge aus der Produktion genommen.

Der turn around-Kurs soll ungeachtet des schwierigen Umfeldes fortgesetzt werden, wird AUA-Vorstandsvorsitzender Vagn Sörensen in der Aussendung vom Donnerstag zitiert. AUA notierten an der Wiener Börse zuletzt mit 6,20 ?. Seit Jänner liegt die Aktie 10,14 % im Minus, während der ATX 4,50 % zugelegt hat.

Bestätigt hat die AUA die Ergebnisse für das Jahr 2002, in dem sie operativ wieder ein deutliches Plus verzeichnet und auch ein positives Ergebnis nach Steuern erzielt hat.

AUA hat 2002 nach endgültigen Zahlen bei einem Konzernumsatz von 2,20 (2,10) Mrd. ? ein Betriebergebnis (Ebit) von plus 41,4 (minus 88,9) Mill. ? erzielt. Das Ergebnis vor Steuern wurde von AUA am Donnerstag mit plus 4,2 (minus 164,1) Mill. ? angegeben. Der Jahresüberschuss betrug den Angaben zufolge 42,8 (minus 166,0) Mill. ?. AUA bilanziert nach International Accounting Standards (IAS).

Die von Analysten immer wieder als sehr hoch angesehene Verschuldung ist nach AUA-Angaben im Jahr 2002 wieder reduziert worden. Der Nettoverschuldungsgrad sei auf 290,4 (337,9) Prozent gesenkt worden. Die Eigenkapitalquote habe sich damit auf 14,6 (12,7) Prozent verbessert.

AUA beschäftigten zum Jahresende 7 271 Menschen. Im Jahr 2002 hatte die AUA bei den Passagieren ein Plus von 3,3 % auf 8,8 Mill. verzeichnet und dabei die Auslastung der Linienflüge auf 70,5 (68,6) Prozent verbessert.

In den Verkehrszahlen des Februar 2003 habe sich allerdings der Irak-Krieg mit einem minus von 2,4 % im Linienverkehr niedergeschlagen. Für die ersten beiden Monate 2003 weist die AUA ein Plus von 5,3 % bei den Passagieren aus, das Bild sei aber durch die starken Einbrüche im Jänner und Februar 2002 verfälscht. Nach dem 11. September 2001 waren die Verkehrszahlen weltweit deutlich eingebrochen.

Verkehrszahlen für den März 2003 liegen noch nicht vor. Im April 2003 wird die AUA nach eigenen Angaben in der Gruppe die Produktion um elf Prozent kürzen, im Mai soll die Produktion um zehn Prozent zurück genommen werden.

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