Irak-Krise verliert an Gewicht
Dollar leicht erholt

Der Dollar hat sich am Freitag etwas von seinen zu Wochenbeginn erreichten Tiefständen erholt. Händler sagten, die US-Regierung habe signalisiert, dass sie nicht unmittelbar einen Militärschlag gegen Irak plane.

Reuters NEW YORK. Sie habe damit etwas Spannung von den Finanzmärkten genommen. Zudem hätten Äußerungen von US-Notenbankchef Alan Greenspan, wonach die US-Wirtschaft ihre Erholung 2003 etwas beschleunigen werde, dem Dollar etwas Auftrieb verliehen. Das erwartungsgemäß ausgefallene US-Wachstum im dritten Quartal wirkte sich nicht nennenswert auf den Devisenmarkt aus.

Im New Yorker Vormittagshandel notierte der Euro mit 1,0265/70 Dollar knapp über dem Referenzkurs der Europäischen Zentralbank (EZB) von 1,0255 (Vortag 1,0273) Dollar. Im Referenzkursverfahren der Banken EuroFX war der Kurs zuvor mit ebenfalls 1,0255 (1,0283) Dollar ermittelt worden. Zur japanischen Währung wurde der Dollar wenig verändert mit Kursen nahe 120,50 Yen am Vorabend gehandelt.

"Die Irak-Krise hat sich etwas abgekühlt, da einige der Aussagen längerfristiger aussehen", sagte Währungsstratege Adrian Hughes von HSBC Markets mit Blick auf die Äußerungen von US-Außenministers Colin Powell vom Donnerstag. Powell hatte das Waffendossier Iraks als "schwerwiegenden Verstoß" gegen die jüngste Resolution der Vereinten Nationen (UNO) bezeichnet. Der Bericht sei "alles andere" als umfassend, genau und vollständig, sagte er. Aus US-Regierungskreisen war aber zuvor verlautet, die USA wollten die von ihnen festgestellten Mängel in dem Waffendossier nicht unmittelbar zum Anlass für einen Militäreinsatz nehmen.

Volkswirte sagten, die Äußerungen Powells seien erwartet worden. "Die Märkte haben mit nichts anderem gerechnet, als dass die US-Regierung und die UNO höchst skeptisch auf das Dossier reagieren würden", sagte Währungsstratege Kamal Sharma von der Commerzbank. Nennenswerte Entwicklungen in der Irak-Frage seien vor dem 27. Januar nun wahrscheinlich nicht zu erwarten, hieß es im Handel. An diesem Tag sollen die UNO-Waffeninspektoren dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen ihre erste umfassende Bewertung ihrer Arbeit in Irak abliefern.

Händlern zufolge profitierte der Dollar zudem etwas von den Äußerungen Greenspans. Nach Einschätzung des US-Notenbank-Chefs ist die US-Wirtschaft weiter auf dem Weg aus ihrer leichten Schwächephase. Das Wachstum könne sich im kommenden Jahr beschleunigen, wenn die internationalen politischen Spannungen nachließen und die Unternehmen ihre Gewinne steigerten, sagte Greenspan.

Ohne spürbaren Einfluss auf die Devisenkurse sei dagegen das kräftige US-Wirtschaftswachstum im dritten Quartal geblieben. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der weltgrößten Volkswirtschaft stieg zum Vorquartal saisonbereinigt mit einer auf das Jahr hochgerechneten Rate von 4,0 Prozent, wie das Ministerium am Freitag mitteilte. Im Vorquartal lag das Wachstum noch bei 1,3 Prozent.

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