Irak-Resolution belastet kaum
Trübe Aussichten ziehen US-Börsen in den Keller

Schwache Geschäftsprognosen von US-Konzernen wie Mc Donald's haben an den US-Börsen am Freitag Zweifel an der Konjunkturerholung in den USA geweckt und die Kurse gedrückt. Händler sagten, nach dem rund vierwöchigen Aufwärtstrend an der Wall Street nähmen die Anleger Gewinne mit.

Reuters NEW YORK. Der Standardwerte-Index Dow Jones notierte zum Handelsschluss 0,57 Prozent im Minus auf rund 8537 Punkten, der technologielastige Nasdaq-Index gab 1,27 Prozent auf rund 1359 Zähler nach. Der breiter gefasste S&P-500-Index verlor 0,88 Prozent auf rund 895 Punkte.

"Es gibt einige Gewinnmitnahmen. Nachdem es viereinhalb Wochen nach oben ging, war das zu erwarten", sagte Al Kugel, Investmentstratege bei Stein Roe & Farnham. Einige Händler sagten, die einstimmig im UNO-Sicherheitsrat verabschiedete neue Irak-Resolution habe das Geschäft kaum beeinflusst. Andere gaben dagegen zu bedenken, dass der Konflikt mit Irak noch nicht beigelegt sei. "Es hat den Markt zeitweise belastet", sagte Ron Doran von C. "Aber es ist langfristig positiv." Der UNO-Sicherheitsrat hatte Irak in der Resolution eine letzte Chance zur Abrüstung eingeräumt. Bei einer Verletzung der Auflagen drohen Irak "ernste Konsequenzen".

Die im Dow-Jones-Index enthaltene Aktie der US-Schnellrestaurantkette Mc Donald's rutschte rund acht Prozent tiefer auf 17,79 Dollar. Das Unternehmen hatte angekündigt, in zehn Ländern 175 Restaurants zu schließen und 400 bis 600 Stellen zu streichen. Kurzfristig rechnet Mc Donald's im Zuge der Schließungen mit Umsatzeinbußen, die das Ergebnis im vierten Quartal um 350 bis 425 Millionen Dollar belasten würden. Daher werde der Konzern sein für 2002 angestrebtes Gewinnziel wohl verfehlen.

Die Aktien des drittgrößten US-Lebensmitteleinzelhändlers Safeway Inc verloren rund 11,5 Prozent auf 20,01 Dollar. Das Unternehmen hatte mitgeteilt, für das vierte Quartal und das Geschäftsjahr 2003 sei ein niedrigerer Gewinn zu erwarten.

Die Aktien des Gesundheitskonzerns Tenet Healthcare brachen rund 47 Prozent auf 14,90 Dollar ein und waren Umsatzspitzenreiter an der New York Stock Exchange. Dem Konzern steht eine Buchprüfung der Regierung wegen möglicher Unregelmäßigkeiten bei Rechnungen an die Bundesgesundheitskasse bevor. Zwei leitende Mitarbeiter haben nach Unternehmensangaben den Konzern verlassen. Die Deutsche Bank Securities nahm ihre Bewertung für Tenet und HCA Inc. auf "Hold" von "Buy" zurück.

Die Aktien der größten US-Pipeline-Gesellschaft El Paso Corp fielen um rund 16,5 Prozent auf 7,68 Dollar. Das Unternehmen hatte mitgeteilt, der Energiehandel solle aufgegeben werden. Die schwierigen Marktverhältnisse hätten die in diesem Bereich tätige Konzerntochter belastet und zu einem Verlust im dritten Quartal geführt.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,44 Milliarden Aktien den Besitzer. 1306 Werte legten zu, 1919 gaben nach und 185 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,56 Milliarden Aktien 1408 im Plus, 1838 im Minus und eine unverändert.

An den US-Kreditmärkten stiegen die zehnjährigen Staatsanleihen um 10/32 auf 101-9/32. Sie rentierten mit 3,84 Prozent. Die 30-jährigen Bonds kletterten 1-18/32 auf 109 Punkte und hatten eine Rendite von 4,79 Prozent.

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