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Irakern und Afghanen droht jetzt Verlust des Asylstatus

Nach dem Sturz der früheren Machthaber in Irak und Afghanistan droht in Deutschland lebenden irakischen und afghanischen Flüchtlingen eine Aberkennung ihres Asylstatus.

dpa NÜRNBERG. Nach dem Sturz der früheren Machthaber in Irak und Afghanistan droht in Deutschland lebenden irakischen und afghanischen Flüchtlingen eine Aberkennung ihres Asylstatus.

Derzeit bearbeite das Nürnberger Bundesamt für Migration und Flüchtlinge mehrere tausend so genannter Widerrufverfahren, teilte das Bundesamt am Freitag in Nürnberg mit. In den nächsten Jahren könnten die Fälle von bis zu 80 000 Ausländern daraufhin überprüft werden, ob sie in ihren Heimatländern noch als politisch verfolgt gelten, sagte der Präsident des Bundesamtes, Albert Schmid, der dpa. "Die Einleitung eines Widerrufverfahrens bedeutet aber keineswegs automatisch, dass Iraker oder Afghanen bei einer negativen Prüfung in ihr Heimatland zurückgeschickt würden", unterstrich Schmid.

Derzeit werde ein Kriterienkatalog für die Verfahren erarbeitet, "damit nicht eine falsche Praxis in Gang gesetzt wird." Nach Schmids Angaben hat die Bundesbehörde seit Jahresanfang gegen 8 123 Iraker und 263 Afghanen Widerrufverfahren eingeleitet.

Das Bundesamt sei zu solchen erneuten Überprüfung verpflichtet, habe dies allerdings in der Vergangenheit wegen der vielen Neufälle nur in geringem Umfang leisten können, sagte Schmid. Neuerdings lösten vor allem Einbürgerungsanträge irakischer oder afghanischer Asylbewerber solche Überprüfungen aus.

Nach Angaben des Bundesamtes leben derzeit in Deutschland 80 000 Iraker. Von ihnen seien seit 1990 rund 13 000 als politisch Verfolgte anerkannt, 41 300 genießen einen Abschiebeschutz. Die Zahl der in Deutschland lebenden Afghanen bezifferte die Bundesbehörde auf rund 60 000. Von diesen seien seit 1990 rund 15 300 als Flüchtlinge anerkannt, 5 100 genießen einen Abschiebeschutz. Freiwillig in ihr Heimatland zurückgekehrt seien seit Anfang 2003 mehr als 700 in Deutschland lebende Iraker und knapp 300 Afghanen.

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