Archiv
Irakische Minister entgehen Attentat

Zwei Minister der irakischen Übergangsregierung in Bagdad sind am Dienstag nur knapp Attentaten entgangen. Bei den Anschlägen kamen insgesamt fünf Leibwächter ums Leben. Umweltministerin Mischkat Mumin und Erziehungsminister Sami el Mudhaffar blieben jedoch unverletzt.

dpa NADSCHAF/BAGDAD. Zwei Minister der irakischen Übergangsregierung in Bagdad sind am Dienstag nur knapp Attentaten entgangen. Bei den Anschlägen kamen insgesamt fünf Leibwächter ums Leben. Umweltministerin Mischkat Mumin und Erziehungsminister Sami el Mudhaffar blieben jedoch unverletzt.

In der seit Wochen umkämpften Pilgerstadt Nadschaf rückten US-Soldaten und irakische Sicherheitskräfte weiter auf die Imam-Ali-Moschee vor, in der sich sich schiitische Kämpfer verschanzt haben. Verteidigungsminister Hasem el Schaalan drohte erneut mit der Erstürmung der den Schiiten heiligen Stätte.

Bei dem mutmaßlichen Selbstmordanschlag auf die Ministerin wurden nach Angaben des Gesundheitsministeriums vier Leibwächter getötet. Die Autobombe explodierte in der Nähe des Konvois der Ministerin, als diese die Ministersiedlung verließ. Eine zweite Bombe explodierte neben einem Fahrzeug des Erziehungsministers, als dieser zur Arbeit fuhr. Insgesamt starben in Bagdad seit Montagmorgen nach Angaben des Ministeriums 15 Menschen durch Anschläge und Gefechte zwischen US- Soldaten und schiitischen Milizionären.

In Nadschaf flog die US-Armee in der dritten Nacht in Folge Luftangriffe auf Stellungen des Schiitenkämpfer. Am Dienstag waren in der Stadt erneut Explosionen zu hören. Rauchwolken stiegen über der Altstadt auf. Ein Polizeisprecher sagte, die US-Armee stehe derzeit rund 500 Meter vor der Imam-Ali-Moschee. Die Gefechte in der Pilgerstadt kosteten seit Montagabend mindestens 26 Menschen das Leben. 43 weitere Iraker seien verletzt worden, sagte der Direktor der örtlichen Gesundheitsbehörde, Falah el Muhanna. Einer der Anführer der "Mahdi-Armee" bestritt unterdessen Berichte, wonach der radikale Schiitenführer Muktada el Sadr die Stadt verlassen haben soll.

Verteidigungsminister El Schaalan sagte in Nadschaf, die Moschee werde binnen weniger Stunden eingenommen, sollten die Kämpfer el Sadrs die Moschee nicht verlassen und ihre Waffen abgeben.

El Sadrs Sprecher Ahmed el Schibani reagierte vorsichtig auf die Drohungen des Verteidigungsministers. El Sadr sei bereit zu verhandeln, um weiteres Blutvergießen zu verhindern. Er wolle einen "Dialog fernab aller Drohungen". Diese Verhandlungsbereitschaft komme "nicht aus einer Position der Schwäche, sondern aus einer Machtposition, und im Einklang mit unseren religiösen und humanitären Überzeugungen".

Alle Bemühungen um eine friedliche Beendigung des Aufstands in der Pilgerstadt waren bislang erfolglos. Der irakische Übergangsregierungschef Ijad Allawi hatte jedoch noch am Montagabend von der Möglichkeit einer friedlichen Lösung gesprochen. Ein Sturm auf die heilige Stätte könnte die Schiiten gegen seine Regierung aufbringen und damit das Land vor den im Januar geplanten Wahlen weiter destabilisieren.

Erstmals seit 13 Jahren gibt es im Irak wieder einen deutschen Botschafter. Bernd Erbel (56) übergab am Dienstag dem irakischen Übergangspräsidenten Ghasi el Jawar sein Beglaubigungsschreiben.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%