Irakisches Fernsehen räumt Verluste ein: Strategiewechsel: Basra wird zum militärischen Ziel

Irakisches Fernsehen räumt Verluste ein
Strategiewechsel: Basra wird zum militärischen Ziel

Die südirakische Stadt Basra wird für die alliierten Truppen zu einem militärischen Ziel. Dies sagte ein britischer Militärsprecher laut dem US-Fernsehsender CNN. Damit habe es einen Strategiewandel gegeben. Bisher war es die alliierte Absicht, die Millionenstadt zu umgehen und sich nicht in einen Häuserkampf hineinziehen zu lassen.

HB/dpa BAGDAD/KAIRO. Anlass für den Wandel sei der andauernde heftige Widerstand aus der Stadt und die Tatsache, dass sich große Teile der lokalen irakischen Truppen ins Innere der Stadt zurückgezogen hätten. Basra war in den vergangenen Tagen bereits bombardiert worden. Da es dabei zu längeren Stromausfällen kam und die Wasserversorgung blockiert war, befürchtet das Rote Kreuz eine humanitäre Krise.

Die alliierten Kräfte, die sich angeblich rund 90 Kilometer vor Bagdad befinden, bereiten sich laut CNN auf heftige Kämpfe mit den Elitetruppen der Republikanischen Garden vor, die mehrere Verteidigungsringe um die Hauptstadt bilden. Immer wieder würden die alliierte Luftwaffe und Kampfhubschrauber eingesetzt, um Stellungen der Garden zu bombardieren. Schwere Kämpfe meldete der arabische Fernsehsender El Dschasira erneut um die Stadt Nasarija rund 150 Kilometer südlich von Bagdad. Dabei habe es schwere Artillerie-Duelle gegeben und Kampfhubschrauber seien eingesetzt worden.

"Wir treffen hier auf den Widerstand nicht regulärer Truppen, Mitglieder der Fedajeen(-Miliz), die extrem loyal zur Führung (des irakischen Präsidenten) Saddam Husseins sind", sagte der Militärsprecher dem US-Nachrichtensender CNN am Dienstag. "Sie terrorisieren die Bürger von Basra und wir werden wahrscheinlich vor der Notwendigkeit stehen, in die Stadt hineingehen zu müssen."

Zuvor hatte CNN britische Offiziere mit den Worten zitiert: "Das ist nicht nur eine Veränderung unserer Strategie, sondern eine hoch riskante Operation". Britische Truppen haben die Stadt umringt, wollten einen Einmarsch allerdings vermeiden. Das Internationale Rote Kreuz hat vor einer Krise bei der Versorgung der Bevölkerung gewarnt, sollte Basra nicht bald wieder mit frischem Trinkwasser versorgt werden können.

Die von den USA geführten Invasionstruppen waren bereits bei der Eroberung der südlich von Basra gelegenen Hafenstadt Umm Kasr und der für den Ölverkehr strategisch wichtigen Halbinsel Faw auf unerwartet heftige Gegenwehr gestoßen.

Das irakische Staatsfernsehen gibt auch eigene Verluste zu. Es berichtete in der Nacht zum Dienstag, sechs Funktionäre der regierenden Baath-Partei von Präsident Saddam Hussein seien im Kampf ums Leben gekommen.

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