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Iraks Parteien fordern Verschiebung der Wahl

Angesichts der anhaltenden Gewalt im Irak haben Vertreter von 17 Parteien in Bagdad eine Verschiebung der Ende Januar geplanten Wahlen um sechs Monate gefordert. Das Land brauche mehr Zeit, um die Sicherheitslage in den Griff zu bekommen und die Wahl vorzubereiten.

dpa BAGDAD/WASHINGTON. Angesichts der anhaltenden Gewalt im Irak haben Vertreter von 17 Parteien in Bagdad eine Verschiebung der Ende Januar geplanten Wahlen um sechs Monate gefordert. Das Land brauche mehr Zeit, um die Sicherheitslage in den Griff zu bekommen und die Wahl vorzubereiten.

So hieß es nach einem Treffen im Haus des früheren Außenministers Adnan Padschadschi. Die Übergangsregierung trifft dennoch Vorbereitungen für Parlaments- und Regionalwahlen am 30. Januar. Ziel sei es, ein Komitee zu bilden, das einen gesicherten Ablauf der Wahl gewährleistet, sagte der Sprecher von Ministerpräsident Ijad Allawi am Samstag in Bagdad. US-Präsident George W. Bush sagte in Texas, er hoffe, dass die irakischen Parlaments- und Regionalwahlen wie geplant stattfinden würden.

Ein Sprecher des schiitischen Großajatollahs Ali al-Sistani sprach sich in Kerbela gegen eine Verschiebung der Wahl aus. Dies würde nur weiteres Chaos und weitere Gewalt schüren, erklärte der Sprecher des einflussreichen Geistlichen in einem Telefoninterview.

Der Premier habe großes Verständnis für die Forderung nach einem Aufschub, aber es gebe "andere Parteien, die möchten, dass die Wahlen wie geplant stattfinden", sagte Allawis Sprecher Thair Al-Nakib. Allawi habe Vertreter der unabhängigen Wahlkommission, der irakischen Sicherheitskräfte, des Innen- und Verteidigungsministeriums und des US-Militärs getroffen, erläuterte Al-Nakib. Besonders die landesweit einzurichtenden 9 000 Wahllokale bräuchten zusätzlichen Schutz.

Die unabhängige Wahlkommission wies darauf hin, dass ihr bisher kein Antrag auf Verschiebung der Wahl vorliege. Sprecher Farid Ajar sagte, das Gremium könnte auch nicht alleine darüber entscheiden.

Die überwiegende Mehrheit der Iraker ist nach einer Umfrage der irakischen Zeitung "Al Maschrek" (Samstag) gegen eine Verschiebung der Wahlen. 74 Prozent der Befragten sprachen sich für die Einhaltung des Wahltermins aus. Eine Verschiebung würde keine Verbesserung der Sicherheitsverhältnisse im Land bringen, meinten 78 Prozent.

Bei Anschlägen in Bagdad und bei Kämpfen südlich der Hauptstadt starben am Samstag neun Iraker. Am Wochenende explodierten auf der Straße zum Bagdader Flughafen erneut Autobomben. Bei einem Anschlag am Sonntag wurden nach US-Militärangaben dort zwei US-Soldaten verletzt. In Hilla und Latifija wurden 51 Aufständische festgenommen, berichtete der arabische Fernsehsender Al-Arabija.

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