Iraks Präsident stellt sich in Referendum zur Wiederwahl
Hussein erwartet 99 Prozent der Stimmen

Der irakische Präsident Saddam Hussein stellt sich heute in einem Referendum zur Wiederwahl. Er ist der einzige Kandidat, und seine Bestätigung im Amt wird erwartet.

Reuters BAGDAD. Beim letzten Referendum 1995 stimmten nach offiziellen Angaben 99,96 Prozent der Wähler für Saddam. Dessen Bestätigung im Amt könnte US-Präsident George W. Bush nutzen, um für eine neue UNO-Resolution zu werben, die den freien Zugang für UNO-Waffeninspektoren und militärische Maßnahmen bei Nichteinhaltung fordert. Bush wirft Irak vor, Massenvernichtungswaffen zu besitzen, und hat einen Machtwechsel in dem erdölreichen Land zum Ziel erklärt.

Der 65-jährige Saddam regiert Irak seit 1979 als Präsident. Die Behörden riefen die fast zwölf Millionen Wahlberechtigten auf, Saddam für eine weitere siebenjährige Amtszeit zu bestätigen. Ein gewaltige Zustimmung werde den Plänen Bushs für einen Sturz Saddams einen Schlag versetzen, hieß es. Informationsminister Mohammed Saeed el Sahaf sagte, die politischen und internationalen Umstände sowie die amerikanischen und zionistischen Drohungen gegen Irak hätten dem Referendum eine neue Bedeutung gegeben. "Es ist ein Schlag für diese Kriminellen", sagte er.

Bush hatte in der vergangenen Woche die Vollmacht des US-Kongresses für eine Militärschlag gegen Irak erhalten, sollte das Land nicht die Massenvernichtungswaffen abschaffen, die Bush in seinem Besitz vermutet. Irak hat bestritten, über solche Waffen zu verfügen. Die UNO-Inspektoren sollen dies überprüfen. Irak hat zugesichert, alle Hindernisse für eine Rückkehr der UNO-Inspektoren nach vier Jahren zu beseitigen. Der irakische Vize-Präsident Taha Jassin Ramadan wies jedoch Berichte zurück, auch die acht Präsidentenpaläste dürften untersucht werden, wie dies die USA verlangen. "Der Spiegel" hatte Ramadan mit den Worten zitiert, die Inspektoren könnten inspizieren, wo immer sie wollten.

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