Iran-Drohung
Obama wirft Clinton „Cowboy“-Diplomatie vor

Mit der „völligen Vernichtung“ des Irans bei einem Angriff auf Israel hat Hillary Clinton gedroht, wenn sie Präsidentin wird. Ihr demokratischer Mitbewerber Obama hielt sich bei dem Thema zurück – bis jetzt.

HB WASHINGTON. Der demokratische US-Präsidentschaftsbewerber Barack Obama hat seiner Rivalin Hillary Clinton wegen ihrer umstrittenen Drohung an den Iran Säbelrasseln vorgeworfen. Die USA müssten der Welt auch durch die Wortwahl signalisieren, dass die „Cowboy“-Diplomatie von Präsident George W. Bush ein Ende habe, sagte Obama am Sonntag in einem Fernseh-Interview.

Clinton hatte dem Iran im Falle eines Atomschlages gegen Israel mit der „völligen Vernichtung“ gedroht - eine Äußerung, die sie am Sonntag in einem Interview verteidigte. Der Iran hatte sich bei den Vereinten Nationen über die „Provokation“ beschwert.

Auch nach der Kritik Obamas verteitigte die US-Senatorin Clinton ihre Äußerung in einem Interview beim Fernsehsender ABC: "Ja wir müssten massive Vergeltung gegenüber dem Iran üben." Auch andere Staaten des Nahen Ostens sollten ihrer Meinung nach durch US-Atomwaffen geschützt werden.

Obama schlägt weniger scharfe Töne gegen Teheran an. In einem Interview sagte Obama gleichwohl, dass er im Falle seiner Wahl keine Option - also auch nicht die militärische - vom Tisch nehmen wolle, um den Iran am Bau und dem Gebrauch von Nuklearwaffen zu hindern.

Obama legt in Umfragen wieder zu

Die Diskussion um den Iran dürfte Obama gelegen kommen. Hatte doch tagelang sein Verhältnis zu dem radikalen Pastor Jeremiah Wright den Wahlkampf beherrscht. Nun scheint sich Obamas Kampagne von der Kontroverse zu erholen. Einer am Sonntag veröffentlichten Umfrage zufolge führt der Senator aus Illinois unter Demokraten vor seiner Kollegin Hillary Clinton mit zwölf Prozentpunkten. Vor einigen Tagen betrug der Abstand noch acht Punkte. In der Befragung von CBS News und den „New York Times“ sagten 60 Prozent der Wähler, Obama habe die Debatte um Jeremiah Wright gut gemeistert. Obama distanzierte sich am Dienstag in scharfen Worten von Wright.

Der Umfrage zufolge liegen Obama und Clinton beide vor dem republikanischen Kandidaten John McCain. Die eigentliche Präsidentenwahl findet im November statt. Obama und Clinton führen einen ungewöhnlich langen Vorwahlkampf um die Kandidatur ihrer Partei. Am morgigen Dienstag finden dazu Abstimmungen in zwei weiteren Bundesstaaten, North Carolina und Indiana, statt.

Ans Aufgeben denkt Clinton, die bei der Gesamtzahl der Delegiertenstimmen hinter Obama zurückliegt, nicht. Wenn die Vorwahlen im Juni beendet seien, könnten sich die Menschen noch einmal ein Bild von beiden Kandidaten machen und dann entscheiden, wer der stärkere Kandidat sei, erklärte Clinton.

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