Iran und Jemen mögliche Zufluchtsorte
USA vermuten Bin Laden im afghanischen Grenzgebiet

Die US-Regierung geht nach einem Bericht der "New York Times" davon aus, dass sich der moslemische Extremist Osama bin Laden im Grenzgebiet zwischen Afghanistan und Pakistan aufhält.

dpa/rtr WASHINGTON. Es gebe "neue Hinweise" darauf, dass der Führer der El-Kaida-Organisation die US-Angriffe auf die Festung Tora Bora überlebt habe, meldete das Blatt am Sonntag unter Berufung auf hochrangige amerikanische Regierungsbeamte. In der Vergangenheit hatte es Spekulationen gegeben, Bin Laden sei bei der Militäraktion ums Leben gekommen, er sei an einer Nierenkrankheit gestorben oder nach Iran oder in den Jemen geflohen.

Nach Angaben der "New York Times" stützt die US-Regierung ihre jüngste Einschätzung auf "neue Erkenntnisse" der vergangenen Monate. Ein Beamter wurde mit den Worten zitiert: "Wir sind ziemlich sicher, dass er lebt, und wir glauben, er ist irgendwo zwischen Afghanistan und Pakistan. Es kann sein, dass er hin-und herpendelt." Der Beamte fügte aber hinzu, die neuen Beweise seien sehr "vage" und nicht "spezifisch" genug, um einen neuen Angriff gegen Bin Laden zu beginnen. Weiter hieß es in dem Bericht, die Regierung behaupte nicht, dass der Terroristenführer eingekreist sei. Ihn zu fangen oder zu töten, scheine eine langfristige Perspektive zu sein.

Die Zeitung berichtete - wiederum unter Berufung auf Regierungskreise - weiter, dass nach Einschätzung des Weißen Hauses bei den Militäraktionen in Afghanistan etwa ein Drittel der El-Kaida - Führung "erwischt" worden sei. Das heißt, sie wurden entweder getötet oder gefangen genommen. Insgesamt beziffert die Regierung die Terrorführung auf 20 bis 25 Personen in Schlüsselfunktionen.

Der Vorsitzende des Senatsausschusses für die Geheimdienste, Bob Graham, geht unterdessen davon aus, dass sich mindestens 100 El- Kaida-Mitglieder "im Wartezustand" in den USA aufhalten - einige von ihnen bereits seit geraumer Zeit. Alle seien dafür ausgebildet worden, Terroraktionen durchzuführen, wenn die Zeit dazu gekommen sei, sagte Graham in einem Interview des Senders CNN.

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