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Iran will Atom-Programm am Montag stoppen

Kurz vor der mit der EU vereinbarten Einstellung des iranischen Uran-Programms hat US- Präsident George W. Bush die Teheraner Regierung scharf gewarnt.

dpa WASHINGTON. Kurz vor der mit der EU vereinbarten Einstellung des iranischen Uran-Programms hat US- Präsident George W. Bush die Teheraner Regierung scharf gewarnt. Es sei sehr wichtig für die iranische Regierung zu verstehen, dass die USA über Teherans nukleare Ambitionen und Wünsche beunruhigt seien, sagte Bush.

Iran bekräftigte unterdessen am Sonntag, es werde an diesem Montag die Urananreicherung stoppen. Bush sagte bei einer Pressekonferenz mit dem japanischen Regierungschef Junichiro Koizumi am Rande des Apec-Gipfels in Santiago, er sei unter anderem besorgt über Berichte, wonach Iran gewillt sei, beschleunigt Material zu produzieren, das zum Bau von Atomwaffe genutzt werden könne. "Das ist eine sehr ernsthafte Angelegenheit, und wir arbeiten zusammen, um diese Angelegenheit zu lösen", sagte Bush am Samstag.

Zugleich dankte der US-Präsident Deutschland, Frankreich und Großbritannien für ihre Bemühungen, Iran zur Beendigung seines nuklearen Strebens zu bewegen. "Wir schätzen diese Bemühungen der Regierungen Frankreichs, Großbritanniens und Deutschlands." Die drei Länder hätten sich eingeschaltet, weil sie wie viele andere in der Welt glaubten, dass Iran nukleare Ambitionen verfolge. Iran bestreitet ein geheimes Atomwaffenprogramm.

Die "Washington Post" berichtete am Samstag unter Berufung auf Diplomaten in Washington und Wien, dass Iran vor dem Zieldatum 22. November verstärkt Uran in das Gas Uran-Hexafluorid (UF6) umwandele. Damit wolle Iran mehr Ausgangsmaterial für die spätere Uran- Anreicherung gewinnen.

Der Chef der iranischen Atomenergie-Kommission Gholam-Resa Akasadeh bekräftigte am Sonntag in Teheran, dass Teheran wie vereinbart am Montag das Programm stoppe. Gleichzeitig wies er die Vorwürfe über die verstärkte Produktion von Uran-Hexafluorid als haltlos zurück. Auch Vorwürfe, Teheran verfolge ein geheimes Atomprogramm in einer Fabrik in Lavisan bei Teheran, wies Akasadeh zurück. Es gebe in Iran keine geheimen Nuklearanlagen.

Teheran hatte am vergangenen Montag dem Abkommen mit Deutschland, Frankreich und Großbritannien zugestimmt, das es zum vorläufigen Stopp seines umstrittenen Atomprogramms verpflichtet. Nach dem Produktionsstopp sollen alle Anlagen von Inspekteuren der Internationalen Atomenergie-Agentur Iaeo überprüft werden. Drei Tage später wird der Iaeo-Gouverneursrat in Wien darüber beraten, ob der "Fall Iran" an den UN-Sicherheitsrat übergeben werden soll. Angesichts der Zustimmung Teherans zum vorläufigen Stopp seines Atomprogramms gilt dies nicht als wahrscheinlich.

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