Irischer Langstreckenläufer Lombard wollte nur „gleiche Chance haben wie alle" Athen hat seine ersten Dopingfälle

Seite 2 von 2:

Zum Einsatz käme wohl das HGH-Nachweisverfahren des Berliner Endokrinologen Prof. Christian Strasburger. "Wir sind knietief im Olympia-Geschäft", sagte der frühere Ruderer. Immerhin hat er vor Olympia schon Biochemiker aus den IOC-Analyselaboren in Athen, London und Sydney bei einer Schulung in München mit seinem Verfahren vertraut gemacht.

Wie dringlich es ist, mit den Dopern Schritt zu halten, zeigen der US-Betrugsskandal um die Designerdroge Tetrahydrogestrinon (THG) und die kalifornische Firma Balco sowie die vor Beginn der Athen-Spiele bekannt gewordenen neuen Doping-Fälle. Für den Chef der Welt- Antidoping-Agentur (WADA), Richard Pound, hat die US-Affäre auch ihr Gutes: "Die Zeiten, da Amerika mit dem Finger auf andere zeigen konnte, sind damit vorbei."

Allein in diesem Jahr hat die amerikanische Anti-Doping-Agentur (USADA) 16 Athleten gesperrt. Zuletzt wurde 100-m-Weltmeisterin Torri Edwards mit einem zweijährigen Bann belegt. Die Sprinterin hat aber das Recht, ihren Start noch bei der Ad-hoc-Kammer des Internationalen Sportgerichts (CAS) in Athen einzuklagen. Im am Montag offiziell bekannt gegebenen Olympia-Aufgebot, ist sie jedenfalls noch für Starts über 100 und 4x100 m vorgesehen.

Erledigt hat sich das Thema Olympia auch für den Radprofi und Ex-Weltmeister Oscar Camenzind sowie den irischen Langstreckenläufer Cathal Lombard, die ebenfalls mit EPO schneller vorankommen wollten, aber bei Tests gestoppt wurden. Wie das Nationale Olympische Komitee (NOK) der Schweiz am Montag mitteilte, wird Camenzind nicht in Athen starten. Camenzind ist bei einer Trainingskontrolle der NOK-Fachkommission für Dopingbekämpfung am 22. Juli mit Spuren von EPO erwischt worden. Der Straßen-Weltmeister von 1998 verzichtete auf eine B-Probe. Bereits am Samstag hatte das irische NOK den positiven Befund bei Lombard bekanntgegeben, der über 10 000 Meter die Landesbstzeit hält. Interessant ist, welche Beweggründe er für seinen Betrug angab. "Ich wollte es nicht versuchen, um Medaillen oder Geld zu gewinnen. Ich wollte nur eine gleiche Chance haben wie alle anderen", erklärte der 27-Jährige am Montag, der laut "The Irish Examiner" über die "epidemischen Ausmaße" des Dopings in seiner Disziplin klagte.

Startseite
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%