Irischer Langstreckenläufer Lombard wollte nur „gleiche Chance haben wie alle"
Athen hat seine ersten Dopingfälle

Dunkler Schatten auf dem Beginn einer neuen Ära im Kampf gegen den Sportbetrug: Die ersten offfiziellen Übeltäter dieser Spieler kommen ausgerechnet aus der Mannschaft der Gastgeber. Auch für den Schweizer Radprofi und Ex-Weltmeister Oscar Camenzind hat sich das Thema Olympia erledigt.

HB ATHEN. Ausgerechnet Gastgeber Griechenland wirft mit den ersten beiden offiziellen Doping-Fällen der Olympischen Spielen in Athen einen Schatten auf den Beginn. Die beiden griechischen Baseball-Spieler Andreas James Brack und Derek Nicholson wurden bei einer Kontrolle am 5. August positiv getestet, teilte der Teamchef der Olympia-Mannschaft, Giannis Papadogiannakis, am Montag mit. Die B-Probe habe bestätigt, dass Brack das unerlaubte anabole Mittel Stanozolol und Nichelson Diuretika genommen hat.

Beide in den USA lebende Athleten mit griechischem Pass wurden suspendiert. Olympia-Athleten, die nach Eröffnung des Olympischen Dorfes am 30. Juli, ertappt werden, sind offizielle Fälle der Spiele. "Es ist uns peinlich, hier über Doping sprechen zu müssen", erklärte Papadogiannakis vier Tage vor Eröffnung der Athen-Spiele.

Die Baseballer waren direkt nach der Ankunft in Athen getestet worden. Nichelson will das Entwässerungsmittel (Diuretika) gegen Bluthochdruck seit 2001 eingenommen haben. Er hatte die Einnahme aber entgegen den IOC-Vorschriften nicht offiziell angegeben.

Um der scheinbar ungebrochenen Betrugs-Mentalität zu begegnen, geht das Internationale Olympische Komitee (IOC) in Athen in die Offensive. So sollen erstmals in der Sport-Geschichte Tests auf Missbrauch mit dem Wachstumshormon (HGH) geben. Mit der Rekordzahl von mehr als 3500 Kontrollen (Sydney 2000: 2362), darunter rund 400 Bluttests, wird auch der Betrug mit Anabolika oder Stimulanzien in olympischen Zeiten zum immer größeren Vabanquespiel. Zumal das IOC seit dem 30. Juli auch weltweit gezielt für Athen gemeldete Athleten testen lässt.

"In Athen werden wir in Quantität und Qualität in eine neue Ära der Doping-Bekämpfung eintreten", sagte Thomas Bach, deutscher IOC - Vizepräsident. Ein Geheimnis bleibt hingegen, ob das IOC tatsächlich grünes Licht für die Premiere der HGH-Kontrollen gibt. "Wir werden es nicht sagen, dass bleibt ein Überraschungsmoment", so Bach. In Sicherheit wiegen darf sich dennoch kein Hormondoper: Alle Doping- Proben von Athen werden für eine mögliche Nachanalyse eingefroren.

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