Irland kämpft gegen Keane-Trauma
Winnie lässt die „Löwen“ los

Für Winnie Schäfer erfüllt sich am Samstag (8.30 Uhr MESZ) im Stadion "Big Swan" (Großer Schwan) von Niigata ein Traum. Wenn der 52-jährige Deutsche bei seiner WM-Premiere Kameruns "unzähmbare Löwen" im Auftaktspiel der deutschen Vorrundengruppe E auf Irland loslässt, ist dies ein Meilenstein seiner Trainerkarriere.

dpa NIIGATA/JAPAN. Das einzige, was ihm nicht ins Konzept passt, ist die irische Seifenoper um den aus disziplinarischen Gründen nach Hause geschickten Kapitän Roy Keane. "Die werden sich jetzt ganz besonders ins Zeug legen, um zu beweisen, dass sie auch ohne Keane stark genug für die WM sind", glaubt Schäfer.

Einen Tag vor dem "größten Ereignis meiner Trainer-Karriere" erging sich Kameruns Coach noch einmal in Schwärmereien: "Das ist fantastisch, das ist so toll, hier zu sein. Ich bin stolz." Nachdem Schäfer sich mit dem Gewinn des Afrika-Championats bereits ein Denkmal setzte, will er mit den von Experten wie Pele als Geheimtipp gehandelten Afrikanern auch bei der WM für Furore sorgen. So wie 1990 in Italien, als der legendäre Roger Milla Kamerun als erstes afrikanisches Team in ein WM-Viertelfinale schoss und die Fußball- Welt mit seinen Tänzen verzückte.

Afrikas "Spieler des Jahrhunderts" ist am Freitag zur moralischen Unterstützung eingeflogen. "Das Team von 1990 war vielleicht individuell stärker, aber die Mannschaft von heute ist ein hervorragendes Kollektiv, das auch dank des deutschen Trainers taktisch geschult ist und sehr diszipliniert auftritt", konstatierte Milla.

"Die Auftaktpartie einer WM ist immer wie ein Endspiel, auf jeden Fall ein Schlüsselspiel in unserer Gruppe", meinte Schäfer vor dem Start, dem seine nach dem Olympiasieg von Sydney 2000 weiter erfolgshungrigen "Löwen" entgegenfiebern. "Meine Jungs sind ganz heiß und werden mit Spielfreude und Leidenschaft in dieses Turnier gehen", versprach der Coach. Bereits nach der Begegnung mit Saudi- Arabien will Schäfer die Qualifikation fürs Achtelfinale geschafft haben, ehe es zum Vorrundenfinale gegen Deutschland geht.

Schäfers Kollege Mick McCarthy kämpft derweil gegen das Keane- Trauma an und gibt sich kämpferisch. "Wenn die Kameruner in der Woche unser Theater miterlebt haben, werden sie sich die Hände gerieben und "Hurra, bringt uns die Iren" geschrien haben. Wenn sie uns jetzt am Samstag erleben, werden sie die Dinge sicher ein bisschen anders sehen", meinte der 43-Jährige. Der Nachfolger von Jackie Charlton hat die Iren vor allem dank des 2:0 über die Niederlande zum dritten Mal auf die WM-Bühne geführt.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%