Irland schottet sich gegen MKS ab
Großbritannien kann Maul- und Klauenseuche nicht stoppen

Die Maul- und Klauenseuche greift in Großbritannien weiter um sich. Die Zahl der bestätigten Fälle erhöhte sich am Freitag nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums um fünf auf 37.

ap LONDON. Dessen ungeachtet kündigte die Regierung eine Lockerung des Transportverbots für Tiere an, nachdem Fleisch in den Geschäften allmählich knapp wird. Irland ergriff unterdessen umfassende Maßnahmen, um ein Übergreifen der Seuche von Großbritannien zu verhindern.

Wie der britische Premierminister Tony Blair am Freitag mitteilte, lassen sich alle Fälle der Maul- und Klauenseuche auf einen Hof in Northumberland zurückverfolgen, auch die Krankheitsfälle in Schottland und Nordirland. Zur geplanten Lockerung des Transportverbots für Tiere sagte die Juniorministerin im Landwirtschaftsministerium, Baroness Hayman, es würden Sondergenehmigungen für den Transport von Tieren aus seuchenfreien Gebieten zu den Schlachthöfen ausgestellt. Die Maßnahme solle am Montag anlaufen. Der Bauernverband begrüßte die Entscheidung.

Das strikte Transportverbot, das am Freitag vergangener Woche in Kraft trat, hat sich bereits bis in die Wurst- und Fleischtheken der Metzgereien und Supermärkte ausgewirkt. Da keine Tiere mehr in die Schlachthöfe gelangen, wird die Ware allmählich knapp. Die Supermarktkette Asda teilte mit, einer ihrer größten Läden im Norden habe kein Schweine- und Lammfleisch mehr.

Um ein Übergreifen der Maul- und Klauenseuche zu verhindern, isolierte die Republik Irland am Freitag einen Hof 30 Kilometer südlich der Grenze von Nordirland. Die Schafe dort hatten nach Angaben der Behörden möglicherweise Kontakt zu den Schafen eines Hofes in Nordirland, auf dem die Seuche festgestellt wurde. Außerdem wurde eine Wurstfabrik in Kildare abgeriegelt, weil sie möglicherweise Schafsfleisch aus Nordirland verarbeitet hat. Ferner wurden die traditionelle Parade zum St. Patrick's Day am 17. März in Dublin und alle Sportveranstaltungen am Wochenende wurden abgesagt. Die Parade zieht gewöhnlich eine halbe Million Menschen aus ganz Irland an. Das Organisationskomitee sagte sie auf Bitten der Regierung in Dublin ab. Damit wird dem Umstand Rechnung getragen, dass der MKS-Erreger von nahezu allem übertragen werden kann, was sich bewegt.

In Schottland wurde unterdessen das Klon-Schaf `Dolly" unter Quarantäne gestellt. `Dolly" ist das erste geklonte Säugetier der Welt. Professor Ian Wilmut vom Roslin-Institut bei Edinburgh erklärte, die Quarantäne-Maßnahmen unterschieden sich nicht wesentlich von denen auf anderen Höfen.

In Deutschland, Frankreich, Belgien und den Niederlanden werden Tausende aus Großbritannien importierte Tiere getötet, um ein Übergreifen von MKS auf das Festland zu verhindern. In Belgien wurden bis Freitag 1 200 Schafe und Ziegen - doppelt so viele wie geplant-notgeschlachtet, die nach dem 1. Februar ins Land kamen. Das berichteten belgische Medien. Das Landwirtschaftsministerium wollte diese Zahl nicht bestätigen. Auch Zypern ergriff inzwischen Vorsichtsmaßnahmen. So werden die Schuhe aller Flugzeugpassagiere, die aus Großbritannien kommen, bei der Ankunft desinfiziert.

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