ISAF sieht sich nicht als Ziel
Afghanische Polizei entdeckt weitere Raketen

Nach dem Raketenangriff auf ein Lager der UN-Schutztruppe in Kabul hat die Polizei weitere, auf dasselbe Ziel gerichtete Geschosse entdeckt. Drei der vier Raketen seien zum Abschuss bereit gewesen, sagte ein Sprecher der Friedenstruppe (ISAF), Can Oz Tuaf, am Montag. Die Abschussvorrichtung, von der aus unbekannte Angreifer am Sonntag zwei Raketen abgefeuert hatten, lag gut vier Kilometer vom Quartier der ISAF entfernt. In dem Lager sind auch deutsche Soldaten untergebracht.

wiwo/ap KABUL. Alle Raketen seien mit einem Zeitzünder versehen gewesen, sagte ISAF-Sprecher Tony Marshall. Zunächst hieß es, eines der in China hergestellten Geschosse sei am frühen Sonntagmorgen nur wenige Meter vom Stützpunkt der Friedenstruppe entfernt explodiert. Erste Ermittlungen ergaben laut Marshall jedoch, dass der Sprengkopf der Rakete nicht detonierte. Wo die zweite Rakete niederging, war zunächst nicht bekannt. Verletzt wurde bei dem Angriff niemand.

Das Bundesverteidigungsministerium erklärte am Sonntag, vermutlich habe die Rakete nicht den Einrichtungen oder Verbänden der ISAF gegolten. Die ISAF brachte den Vorfall mit Bestrebungen zur Destabilisierung der afghanischen Übergangsregierung in Zusammenhang. In der vergangenen Woche waren im Zusammenhang mit einem missglückten Putsch 160 Menschen festgenommen werden. Hinter diesem Umsturzversuch wurde der ehemalige Ministerpräsident und Mudschaheddin-Führer Gulbuddin Hekmatjar vermutet.

Unterdessen entdeckten Soldaten der unter US-Kommando stehenden Einheiten im Tal bei Schah-i-Kot im Osten Afghanistans eine große Anzahl von Dokumenten, die die amerikanischen Streitkräfte als bedeutsam einstuften. Der Fund vom Sonntag werde nun genau untersucht, erklärte US-Militärsprecher Steve O'Connor am Montag. Um welche Art von Dokumenten es sich handelt, wollte er nicht sagen. In der Region um Schah-i-Kot waren die USA in den vergangenen Wochen mit ihrer größten Bodenoffensive im Afghanistankrieg gegen geflohene El-Kaida - und Taliban-Kämpfer vorgegangen.

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